LEG-Mieter in Lennep sind beunruhigt

Nach Wohnungsverkäufen am Hasenberg in Lennep : LEG-Mieter sind beunruhigt

180 Wohnungen im Stadtgebiet wurden verkauft. Stadt zeigt sich „überrascht“.

Die LEG Immobilien AG mit Sitz in Düsseldorf hat 180 Wohnungen in Lennep, Lüttringhausen und Alt-Remscheid an eine Immobilienfirma in Monheim verkauft. Das bestätigte eine Sprecherin gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Das erklärte Ziel der Firma sei die „Besitzhaltung“. Die LEG besitzt in Remscheid 1700 Wohnungen.

Die Mieter seien beunruhigt, sagte der SPD-Ratsherr Jürgen Kucharczyk in der Ratssitzung am Donnerstagabend. Bei einem Bürgercafé in Lennep sei er darauf angesprochen worden. Kucharczyk wollte von der Verwaltung wissen, was sie tun kann, um mögliche negative Konsequenzen des Verkaufs für die Mieter aufzufangen.

Die Nachricht vom Verkauf habe die Stadt „überrascht“ sagte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD). Gestern morgen kam es dann zu einem Gespräch mit dem LEG-Vorstand Dr. Volker Wiegel. Der habe sich für die Art der Kommunikation entschuldigt, berichtete der OB. Wiegel habe ihm und dem Landtagsabgeordneten Sven Wolf (SPD) versichert, dass in Remscheid keine weiteren Verkäufe geplant seien, berichtete Mast-Weisz. Der Käufer sei ein seriöses Unternehmen. Mast-Weisz betonte, dass die Stadt die Sorge der Mieter um mögliche Verschlechterungen sehr ernst nehme. Wohnen sei ein Grundbedürfnis.

Baudezernent Peter Heinze erklärte, dass er drei grundsätzliche Möglichkeiten der Einflussnahme prüfen will. So könnte die Stadt versuchen, ein Vorkaufsrecht für die Wohnungen geltend zu machen. Auch denkbar sei eine so genannte Milieu-Sicherungs-Satzung. Dabei geht es darum, zu verhindern, dass das soziale Gefüge eines Stadtteils durcheinander gebracht wird. In den 90er Jahren sei dieses Werkzeug oft zum Einsatz gekommen. Auch das von der Alleestraße bekannte Thema Sanierungs-Satzung soll auf seine Brauchbarkeit abgeklopft werden.

Wie ein möglicher Kauf der betroffenen Wohnungen durch die finanzschwache Kommune finanziert werden könnte, wollte der OB gestern im Detail nicht sagen. Ein Argument dabei aber sei sicher, dass es eine „rentierliche“ Investition wäre, weil die Stadt ja dann auch Einnahmen als Vermieter erzielen würde. Der OB verwies auf negative Erfahrungen anderer Städte bei Eigentümerwechseln in dieser Dimension. Der Rat der Stadt Remscheid habe sich vor Jahren bewusst dafür entschieden, das „Tafelsilber“ der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewag nicht zu verkaufen.