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Kultur in Remscheid: Mitmachen im Teo Otto Theater

Kultur in Remscheid : Mitmachen im Teo Otto Theater

„Änderungen werden uns begleiten“, sagt der künstlerische Leiter Sven Graf, der das Programm in der Corona-Saison zusammengestellt hat. Dennoch freut er sich auf die kommenden Monate.

„Berlin kann jeder, Remscheid muss man wollen.“ So heißt die Show, mit der die Burghofbühne Dinslaken im April nächsten Jahres in Remscheid sein wird. Wer mag, macht mit. In kleinen Szenen, Einspielungen, Showelementen, Songs und Monologen soll eine interaktive Liebeserklärung an Remscheid entstehen. Als Ode an die Heimat und als Party, sagt Sven Graf, künstlerischer Leiter des Teo Otto Theaters. „An diesem Tag wollen wir unsere Stadt feiern.“

Herzlich willkommen also zur großen Kleinstadt-Show! Die Schauspielerinnen und Schauspieler, die damit von Stadt zu Stadt ziehen, teilen die Bühne mit ortsansässigen Künstlern, Musikgruppen und Stadtpersönlichkeiten. Was ist Provinz, wie lebt es sich dort? Und warum wollen eigentlich immer alle nach Berlin? Gemeinsam mit den Bühnenprofis können die Remscheider Antworten auf diese Fragen entwickeln, und danach einen liebevollen Blick auf ihre Heimatstadt werfen – mit den Besonderheiten, die das Leben in Remscheid bereithält.

Mit solchen Events und Festivals will sich die gute Stube Remscheids weiterhin gegenüber einer neuen Zielgruppe öffnen und „das Haus unabhängig von Vorstellungen zu einem kulturellen Raum für Remscheid entwickeln“, erklärt Sven Graf. Dazu sucht der künstlerische Leiter die Nähe zu den Schulen und will das pädagogische Rahmenprogramm ausbauen.

„Berlin kann jeder, Remscheid muss man wollen“ ist deshalb nur eine von vielen Produktionen, mit denen sich das Teo Otto Theater in der Spielzeit 2020/21 insbesondere an die jungen Remscheiderinnen und Remscheider richtet.

Bereits im Oktober erwartet das Theater die Compagnie Illicite Bayonne aus Frankreich. Bevor die Tänzerinnen und Tänzer selbst auf der Bühne zu sehen sind, bieten sie in den Herbstferien einen einwöchigen Workshop an. Die gemeinsam erarbeitete Choreographie soll Teil der Aufführung am 24. Oktober werden.

Ganz den Kulturmachern im Bergischen Land ist die KreaConvention gewidmet. Am 3. und 4. Juli nächsten Jahres zeigen sie, was es in Remscheid und den anderen Städten des Bergischen alles zu sehen gibt. Dazu schlagen die verschiedenen Organisationen ihre Stände und offenen Bühnen vor oder im Teo Otto Theater auf.

„Genießen Sie die sprühende Kreativität der bergischen Kulturszene“, sagt Sven Graf. Das über die beiden Tage verteilte Programm stecke voller Überraschungen. Zwei große Abendveranstaltungen stehen allerdings schon fest – zum Beispiel ein Galaabend, mit dem das Theater bereits einen Vorgeschmack auf die dann kommende Spielzeit 20121/22 gibt.

Junges Theater gibt es natürlich auch. „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende kommt auf die Bühne. Genauso wie „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens und „Ronja Räubertochter“ nach dem Kinderbuch von Astrid Lindgren. An ein junges Publikum richtet sich aber auch Orwells „1984“ – eine düstere Vision vom totalen Überwachungsstaat, die heute so aktuell ist wie nie zuvor.

Das Stück „Dschabber“ wiederum erzählt von zwei jungen Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen mit Ausgrenzung, Vorurteilen und Misstrauen zu kämpfen haben: Sie als selbstbewusste Muslima, er als vorlautes Problemkind und antisemitischer Sprücheklopfer.

Zu sehen ist „Dschabber“ als Teil der TheaterNahTage im Mai nächsten Jahres. Die Stücke sind für ein Publikum jedweden Alters geeignet. Diesmal geht es um Grenzen – zwischen Jung und Alt, Mann und Frau, Religion, Moral und Ehre. Nah, ganz nah sollen die Zuschauer die Schauspieler im Teo Otto Theater erleben. Wenn es die Infektionslage eben zulässt.

„Hier und da wackelt der Spielplan“, gibt Sven Graf zu. Zwei Gastspiele, die in dem gerade erschienen Theateralmanach angekündigt sind, mussten bereits abgesagt werden. Nach der Jon Lehrer Dance Company aus New York strich auch Kabarettist Hagen Rether seinen eigentlich geplanten Auftritt in Remscheid.

„Änderungen werden uns begleiten“, sagt der künstlerische Leiter Sven Graf, der das Programm in der Corona-Saison zusammengestellt hat. Dennoch freut er sich auf die kommenden Monate, in denen er nicht nur zum Zuschauen und Genießen, sondern zum Mitmachen animieren will. In der Spielzeit 2020/21 gibt es dazu im Teo Otto Theater mehr als eine Gelegenheit.