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Kritik an Wartezeit auf fertige Ausweispapiere

Ämterhaus : Unternehmer kritisiert Wartezeit auf fertige Ausweispapiere

Der Remscheider Unternehmer Frank Rößler übt Kritik an der Terminsituation im Remscheider Bürgeramt.

Vor dem Sommer hatte Rößler einen neuen Personalausweis und einen neuen Reisepass beantragt. Die alten Papiere liefen ab. Alles lief rund, zügig kam die Nachricht, dass er die beantragten Papiere am Ebert-Platz abholen könne. Dann erkrankte der Remscheider, war längere Zeit nicht in der Lage, die Dokumente abzuholen.

Wieder genesen, wollte er im Internet einen Termin dafür vereinbaren. Dann die Überraschung: Der nächste freie Termin wurde ihm am 18. Oktober um 8.40 Uhr angeboten. Sieben Wochen Wartezeit für ein Amtsgeschäft, das wohl nur ein paar Minuten dauern dürfte – „das kann ich nicht akzeptieren“, sagt Rößler. Als Unternehmer sei er für Geschäftsreisen auf die Dokumente angewiesen. Tabitha Henn, Leiterin der Meldestelle, verweist auf Nachfrage unserer Zeitung auf eine dünne Personaldecke. Die Engpässe aus dem Sommer, über die die BM berichtete, wirkten in der Terminvergabe immer noch nach.

Auszubildende, die als Hilfe aus anderen Abteilungen ins Ämterhaus versetzt worden waren, seien nun wieder in anderen Bereichen der Verwaltung eingesetzt. Dies sehe ihr Ausbildungsplan so vor. Bei den festen Mitarbeitern stehen aktuell zum Teil Urlaubstage an, die wegen der Engpässe in den Schulferien (wo der Andrang immer besonders groß ist) aufgeschoben wurden.

Man versuche aber, jedem, der in einer Notsituation sei, schnell zu helfen, einen Termin einzuschieben. Allerdings seien die Termine eng getaktet und begehrt. Die Arbeit in der Passstelle bestehe keineswegs nur aus kurzen Arbeitsschritten. Oft müssten für die Kunden Schriftstücke aufgesetzt werden. Zehn Minuten rechnet man im Schnitt pro Kunden bei der Planung der Zeitfenster, die online gebucht werden können.

Auf eine Entspannung der Lage hofft Tabitha Henn ab Oktober. Dann seien wieder alle Kollegen an Bord. Weil darunter auch neue Mitarbeiter sind, werde es allerdings etwas dauern, bis diese komplett in die unterschiedlichen Aufgaben im Bürgeramt eingearbeitet seien. Zusätzliches Personal ist in den Plänen der Stadt nicht vorgesehen. Tabitha Henns Wunsch für 2019: „Dass wir nicht noch mal so ein Jahr erleben wie dieses.“

Frank Rößler wundert sich derweil, dass in Remscheid die Terminvergabe so kompliziert ist. Ein Testanruf im Meldeamt in Wermelskirchen, wo seine Firma ACU beheimatet ist, endete mit der Aussage einer Mitarbeiterin, dass sie ihm noch am selben Tag einen Termin anbieten könne.