Kritik an Telefonkosten im Sana-Klinikum

Remscheid : Kritik an Telefonkosten im Sana-Klinikum

Telefongebühren-“Abzocke“ im Sana -Klinikum vermutet BM-Leser Wolfgang Kortmann, seit er seinen Bekannten im Krankenhaus an der Burger Straße besucht hat. Der hatte sich bei der Einweisung für eine Operation am Empfang eine Telefonkarte gekauft, die mit zehn Euro Guthaben aufgeladen wurde.

Weitere zehn Euro zahlte er für die Kaution für diese Karte. Als er die Karte am ersten Tag seines Aufenthaltes in sein Telefon auf dem Zimmer gesteckt habe, seien bereits 3,50 Euro Tagesgebühr abgebucht gewesen, berichtet Kortmann. So sei es auch am zweiten Tag passiert, ohne dass bis dahin überhaupt telefoniert worden sei. Als der Bekannte am dritten Tag dann erstmalig jemanden anrufen wollte, so die Kritik des Lesers, sei die Karte gar nicht mehr nutzbar gewesen, weil nur noch drei Euro Guthaben darauf vorhanden waren. Die Tagesgebühr betrage aber 3,50 Euro. Sein Bekannter habe in seiner Not dann die Dame am Empfang gebeten, „telefonieren zu dürfen“, die ihm dies ausnahmsweise bewilligt habe. „Was sollen denn die alten und kranken Patienten denken, die glauben, sie hätten noch Guthaben auf der Telefonkarte“, fragt Kortmann.

Sana-Sprecherin Barbara Skondras erklärte auf BM-Anfrage, dass dem Patienten offenbar nicht bewusst gewesen sei, dass er bei seiner Ankunft im Krankenhaus keine reine Telefonkarte gekauft hat. Bei Sana gibt es das sogenannte Patienten-Multi-Media-System (PMM), für das man sich anmelden kann. Dort bekommt man eine persönliche Chipkarte, die dann auf dem Patientenzimmer angemeldet wird. Für die Tagesgebühr von 3,50 Euro erhält der Patient einen Flatrate zu allen deutschen Mobilfunknetzen, kann Fernsehen, das Internet nutzen, Radio hören oder Spiele nutzen. Das Geld wird täglich automatisch abgebucht.

Gezogen werden kann die Karte für das PMM im Empfangsbereich des Krankenhauses. Der Patient erhalte eine mehrseitige Bedienungsanleitung. Die Mitarbeiter am Empfang seien mit dem System vertraut und könnten Fragen beantworten. Auch auf den Stationen sei das Personal mit dem PMM soweit vertraut, dass es Fragen beantworten könne. Nachgeladen werde könne das Guthaben auf der Karte aber nur in dem Gerät am Empfang. Die Kaution in Höhe von zehn Euro werde vom Kassenautomat wieder ausgezahlt.