Remscheid: Kreativer Treffpunkt am Hasenberg

Remscheid: Kreativer Treffpunkt am Hasenberg

Die Augusta Hardt Horizonte (AHH) hat in einer ehemaligen Sparkassenfiliale das "Viertel-Atelier" eröffnet. Die Angebote sollen Hemmschwellen abbauen. Menschen haben die Möglichkeit, etwas zu erlernen und sich auszuprobieren.

Die schwere, weiße Tresortür ist das Einzige, das noch an die früheren Zeiten einer Bankfiliale erinnert. Arbeitstische aus Holz, eine gemütliche Sitzecke sowie ein Entspannungsraum in grünen und weißen Tönen dominieren nun das Bild in der ehemaligen Sparkasse am Hasenberg. Das neue "Viertel-Atelier" der Augusta Hardt Horizonte (AHH) soll ein Ort der Begegnung werden für Menschen mit und ohne Einschränkungen.

"Für uns ist dieses tolle Haus die Sahne im Kaffee", sagte AHH-Geschäftsführer Bernd Steinhoff gestern bei der offiziellen Eröffnung der Räumlichkeiten. Durch eine Privatspende von rund 400.000 Euro erwarb die Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen das Gebäude. Neben den Wohneinheiten für acht Klienten wurde mit dem "Viertel-Atelier" jetzt ein neuer Treffpunkt geschaffen. Gemeinsam Kaffee trinken, zusammen etwas künstlerisch gestalten oder Holzarbeiten anfertigen - all das soll hier zusammen zwischen den Klienten und Anwohnern vom Hasenberg sowie weiteren Bürgern passieren. "Wir wollen uns weiter nach außen öffnen und noch stärker in den Stadtteil gehen, um das Haus mit Leben zu füllen", betonte Steinhoff.

Das Material für die handwerklichen Arbeiten stammt genauso wie die Gesellschaftsspiele und Bücher aus Spenden. Der Tresor dient dabei als Lager. Der frühere Archivraum ist nun der Eingang in das Atelier an der Carl-Klein-Straße 5. Eine kleine Küche sowie ein Holzwerkraum sind ebenfalls vorhanden. Zudem kann man in der kleinen Sitzecke mit grauen Möbeln gemütlich Kaffee trinken oder gemeinsam etwas spielen.

"Die Menschen haben hier die Möglichkeit, etwas zu erlernen und sich auszuprobieren", sagte Frank Ebbinghaus, Einrichtungsleiter Arbeits- und Tagesstrukturierender Dienst. Ziel sei es zudem, dass die Klienten der AHH möglichst viel selbst machen und umsetzen können, ergänzte Tanja Degenhardt, Mitarbeiterin der AHH. Dazu zählt zum Beispiel auch das Kaffeekochen - alltägliche Dinge, die für Menschen mit psychischen Erkrankungen schon eine Herausforderung darstellen können.

Durch die gemeinsame Kreativität sollen Teilhabebarrieren abgebaut und Begegnungsmöglichkeiten geschaffen werden. "Das Miteinander hier ist wirklich gut. Der Mensch steht im Mittelpunkt", sagte Ingo Schug, der seit etwa zwei Jahren Klient der AHH ist. Er ist dankbar für die vielen Möglichkeiten, die ihm die Einrichtung biete.

An den Vormittagen nutzen überwiegend die geschlossenen Gruppen der AHH die Räume. Ab dem Nachmittag sind sie aber für alle offen. Eine erste Gruppe gibt es bereits freitags von 8 bis 12 Uhr, in der gemeinsam saisonale Dekorationen angefertigt werden. Die Verantwortlichen hoffen auf möglichst viele Anregungen und eine gute Teilnahme der Hasenberger. Wer eine Idee für eine Gruppe oder Aktivität hat, kann sich bei Degenhardt (Telefon 0 151 / 43 15 59 91) melden. "Das soll sich alles nach und nach entwickeln", sagte sie. Zudem sind Sachspenden - etwa nicht mehr benötigte Bücher, Spiele, Wolle oder Bastelkleber - willkommen. Für Kaffee gibt es eine Kasse des Vertrauens.

(RP)