Bergfest in Remscheid: Kreative Ideen am Hasenberg

Bergfest in Remscheid: Kreative Ideen am Hasenberg

Das Bergfest des Kunst- und Kreativprojekts der Gewag und des Jugendzentrums "Die Welle" lockte viele Besucher an.

In den Räumlichkeiten des ehemaligen Edeka-Markts am Hasenberger Weg herrscht am Mittwochnachmittag erstaunlich viel Betrieb. Viele Kinder und ihre Eltern sind vor Ort, es werden verschiedene Bilder aufgehängt und an die kahle Wand wird ein Videofilm mit Eindrücken aus dem Viertel projiziert.

Es ist Bergfest des gemeinsamen Kunst- und Kulturprojekts des Lenneper Jugendzentrums "Die Welle" und der Remscheider Wohnungsaktiengesellschaft Gewag, mit dem das 100-jährige Bestehen der Gewag gefeiert wird. "Es gab schon früher eine Zusammenarbeit zwischen Gewag und 'Die Welle', in deren Rahmen wir schon einmal Bilder für den Stadtteil gestaltet haben, die immer noch an den Gebäuden hängen", sagt Ramona Schösse, Medienpädagogin im Jugendzentrum. Die Gewag sei dann im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten wieder auf "Die Welle" zugekommen und habe eine neue Zusammenarbeit angefragt.

Jeden Mittwoch sei nun seit etwa einem Monat die Kunst- und Druckwerkstatt im ehemaligen Edeka-Markt eingerichtet worden, die von der Schwelmer Künstlerin Beate Koch geleitet wird. "Das Angebot ist zwar offen für alle, aber es hat sich herauskristallisiert, dass hauptsächlich Kinder mit dabei sind", sagt Schösse. Der Kontakt zur Künstlerin habe schon durch frühere Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum bestanden: "Ich unterrichte zudem an Schulen, kenne mich also in der Arbeit mit Kindern sehr gut aus", ergänzt Koch, die den Stadtteil Hasenberg vor der Kunst- und Druckwerkstatt noch nicht gekannt hat.

Sie lobt die Mitarbeit der Kinder: "Die haben richtig viel Spaß und bringen auch immer wieder Freunde mit, so dass hier nie Leerlauf ist." An den Mittwochen können die Kinder malen oder sie sind im Stadtteil unterwegs und suchen sich verschiedene Objekte, von denen sie mit aushärtender Modelliermasse Abdrücke machen, die sie dann als Stempel benutzen können - etwa Abdrücke von Reifen, Zäunen oder Baumrinde. Damit würden sie dann Stofftaschen oder T-Shirts bedrucken.

Arina ist neun Jahre alt und war schon zweimal am Mittwoch bei der Kunst- und Druckwerkstatt: "Wir haben ein Porträt gemalt, das hat richtig Spaß gemacht", sagt das Mädchen und ergänzt lachend: "Es macht auch viel mehr Spaß als der Kunstunterricht in der Schule." Das findet auch die elfjährige Francesca: "Ich fand das richtig cool, weil wir dabei Musik gehört haben. Frau Koch hat uns von einem Künstler erzählt, der ganz viel mit Bewegung gemalt hat. Das haben wir dann auch versucht umzusetzen."

Es sind aber nicht nur Kinder gekommen, wie Schösse sagt: "Es war auch plötzlich eine Gruppe Jugendlicher aus dem Stadtteil hier, die mitmachen wollte." Die Jugendlichen würden sich im Bereich Video und Foto engagieren. "Sie haben viele Fotos vom Hasenberg geschossen, etwa 360-Grad-Panorama-Bilder oder auch sogenanntes Light-Painting", sagt Schösse. Dabei handele es sich um Fotos mit längerer Belichtungszeit, auf denen mit Taschenlampen die Bewegungen des Lichts eingefangen würden. Hierfür werde es jenseits der Mittwochstermine gesonderte Termine geben, sagt die Medienpädagogin.

Was die Kreativen in den zwei Projektmonaten so alles geschaffen haben, können Interessierte im Rahmen einer Abschlussveranstaltung begutachten. "Ein genauer Termin steht zwar noch nicht, es wird aber auf jeden Fall Ende Juni, Anfang Juli sein", sagt Schösse.

(RP)