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Krankheitszahlen in Remscheid​: Arbeitsabläufe trotz Corona stabil

Krankheitszahlen in Remscheid : Arbeitsabläufe bleiben trotz Corona stabil

Die Coronafallzahlen steigen – auch in der Verwaltung und den Unternehmen in Remscheid. Dennoch zwingen die zahlreichen krankheitsbedingten Ausfälle der Mitarbeiter zumindest die großen Betriebe nicht in die Knie.

Dietmar Volk klingt entspannt. „Von unseren insgesamt 1200 Mitarbeitern sind am heutigen Mittwoch insgesamt 16 in Quarantäne, 14 von ihnen sind aus dem Pflegebereich, zwei aus der Verwaltung“, erklärt der kaufmännische Direktor der Stiftung Tannenhof: „Es sind daher weder Stationen geschlossen noch müssen welche zusammengelegt werden. Bei uns sind fast 99 Prozent der Mitarbeiter geimpft.“

Auch Jerrit Bennert, Geschäftsführer der Lebenshilfe mit 500 Beschäftigten, hat gute Nachrichten: „Wie es heute aussieht, weiß ich noch nicht, aber Anfang der Woche waren es gerade mal zwei Angestellte, die coronabedingt ausfallen. Maximal waren es in den vergangenen Tagen zehn. Ich denke, dass wir mit unserer Testpflicht einmal pro Woche sehr gut fahren. Und wir haben eine Impfquote in unserer Belegschaft von 95 Prozent.“

 Bei der Stiftung Tannenhof sind die Coronafallzahlen im Verhältnis zur Mitarbeiteranzahl extrem gering: Die Impfquote liegt bei fast 100 Prozent.
Bei der Stiftung Tannenhof sind die Coronafallzahlen im Verhältnis zur Mitarbeiteranzahl extrem gering: Die Impfquote liegt bei fast 100 Prozent. Foto: Jürgen Moll

Klaus Günther-Blombach, Vertriebsleiter der EWR, spricht zwar von einem vermehrten Aufkommen von Coronafällen unter der Gesamtbelegschaft des Stadtwerkeverbundes, es habe aber in den vergangenen Wochen schon höhere Zahlen gegeben. „Aktuell liegen wir bei zehn Coronafällen unter den 550 Mitarbeitern, aber es waren vor wenigen Wochen noch einige mehr“, erklärt Günther-Blombach. „Allerdings stellen wir fest, dass zunehmend andere Erkrankungen wie die Grippe wieder vermehrt auftreten.“ Derzeit könne man den Betrieb im Großen und Ganzen aber aufrecht erhalten. „Vereinzelt fallen Busfahrten aus und teilweise verlängern sich die Bearbeitungszeiten, etwa bei Neukunden oder Kündigungen. Das heißt aber nicht, dass die gewünschten Produkte nicht pünktlich zur Verfügung gestellt würden – etwa der Strom –, sondern nur, dass die schriftlichen Vertragsunterlagen vielleicht ein paar Tage später als üblich beim Kunden eintreffen.“

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Es habe aber tatsächlich schon die Situation gegeben, dass im Servicecenter von den 20 Mitarbeitern neun ausgefallen sein – fünf wegen Corona, zwei aufgrund anderer Krankheiten und zwei urlaubsbedingt. „Das war eine große Herausforderung, natürlich mussten die Kunden dann teilweise länger warten“, erinnert sich der Vertriebsleiter.

Bei Oerlikon Remscheid befinden sich aktuell elf der rund 1500 Mitarbeiter  in Quarantäne. „Die Situation ist seit Monaten relativ stabil auf diesem Niveau, die Auswirkungen können kompensiert werden“, erklärt ein Sprecher.

Ein Stück weit diplomatischer äußert sich die Firma Vaillant auf Nachfrage nach den aktuellen Corona-Fallzahlen. „Die Anzahl der Covid-19-Infektionen in der Belegschaft der Vaillant Group in Deutschland liegt prozentual noch unterhalb der bundesweiten Infektionsrate. Auswirkungen auf interne Abläufe können wir derzeit ausgleichen“. Am Standort Remscheid beschäftigt Vaillant rund 3100 Mitarbeiter. 

In der Stadtverwaltung fehlen aktuell 45 Mitarbeiter quarantänebedingt, das sind sechs weniger als noch am Montag. Bei insgesamt etwa 2350 Angestellten inklusive TBR kann diese Ausfallgröße (noch) gut kompensiert werden, wenn auch gleichzeitig viele Mitarbeiter Urlaub haben.

„Die Mitarbeiter-Quarantänen können im Einzelfall zu längeren Wartezeiten bei der Bearbeitung der unterschiedlichen Bürger-Anliegen führen, aber noch können wir alle Leistungen erbringen“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Und: Coronabedingte Terminausfälle im Standesamt oder Bürgerservice gebe es nicht. Man tue alles, heißt es weiter, den Bürgerinnen und Bürgern spürbare Leistungseinschränkungen zu ersparen.

Die Industrie- und Handelskammer Bergisches Land (IHK) hatte unlängst eine interne Umfrage gestartet, um zu erfahren, wie es mit den Krankenständen in den drei großen bergischen Städten aussieht. „Wir haben leider nur Rückmeldungen aus Solingen und Wuppertal erhalten“, erklärt Geschäftsführer Thomas Wängler. Er gehe aber davon aus, dass sich die Situation im Remscheider Stadtgebiet nicht sehr von der der anderen beiden Städte unterscheide. „Dort gibt es teilweise sehr hohe Krankenstände, andere Betriebe berichten dagegen von einer vergleichsweise normalen Situation.“

Eine Sprecherin des Sana-Klinikums bestätigt, dass sich die steigenden Corona-Infektionszahlen in den vergangenen vier Wochen auch im Krankenhaus bemerkbar machen und gemacht haben – sowohl bei der Anzahl der Covid-Patienten, die dort behandelt werden müssen, als auch innerhalb der Belegschaft. „Stand Mittwoch, 6. Juli, befinden sich 21 Mitarbeitende der klinischen Bereiche in Quarantäne“, so die Sprecherin, „die Patientenversorgung ist aber zu jedem Zeitpunkt sichergestellt.“ Rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt die Sana GmbH in Remscheid an den zwei Standorten im Klinikum Burger Straße und der Psychiatrische Tagesklinik Wuppertal.