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Remscheid: Kontrolle zum Wohle der Bewohner

Remscheid : Kontrolle zum Wohle der Bewohner

Die Heimaufsicht soll die Menschen, die dort leben und gepflegt werden, schützen. Angehörige weisen jedoch auf Missstände hin.

Von der Geburtsstunde einer Einrichtung an begleiten Katja Wilke und Michaela Strangfeld von der Remscheider Heimaufsicht Wohnangebote wie Pflegeheime und Einrichtungen der Eingliederungshilfe mit Rat und Tat und überwachen die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen. In ihren Zuständigkeitsbereich fallen alle Einrichtungen, die Bewohner ab 18 Jahren betreuen, die auf Hilfe oder Pflege angewiesen sind und ein "umfangreiches Leistungsangebot" bieten.

Der Beruf ist sehr verantwortungsvoll. Letztlich stellen Strangfeld und Wilke sicher, dass die Bewohner in den Einrichtungen kompetent betreut werden.

"Wir überprüfen alles, was das Wohl der Bewohner betrifft", erklärt Wilke. Das fängt bei Kleinigkeiten wie einer potenziellen Stolperfalle in Form eines Teppichläufers an und endet bei grundlegenden Aspekten der Versorgung wie der Medikation von Bewohnern oder schon bei der Planung der Einrichtung.

Bevor der Bau überhaupt beginnt, werden Strangfeld und Wilke zu Rate gezogen, um etwa die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl an Quadratmetern für die allgemeinen und persönlichen Räume einzuhalten. Selbst spezielle Themen wie etwa Brandschutz sind Thema der Heimaufsicht, die dafür auf die Fachkompetenz der Feuerwehr aber auch der Hygiene- und Lebensmittelkontrolle zurückgreift. "Wir weisen uns gegenseitig auf Missstände hin", betont Wilke. Hinweise auf Missstände erhält die Heimaufsicht zusätzlich von Verwandten der Bewohner oder auch den Mitarbeitern einer Einrichtung. Die Anonymität wird grundsätzlich geschützt. "Die Hemmschwelle, uns Probleme zu melden, sinkt", meint Strangfeld. Ansonsten erfolgen die Prüfungen der Einrichtungen alle ein bis drei Jahre.

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Insgesamt steige die Zahl der Meldungen laut der zwei Sachbearbeiterinnen, was zwei Gründe hat. Zum einen müsse eine Einrichtung immer mehr Anforderungen erfüllen und zum anderen ist es schwer, Fachpersonal zu akquirieren, was sich wiederum negativ in der Qualität niederschlagen kann. Doch auch da versuchen Strangfeld und Wilke zu helfen. "Wir sehen uns dann auch die Dienstpläne an", sagt Strangfeld.

Werden Missstände gefunden, muss die Einrichtung diese beseitigen. Kommt sie dem nicht nach können Strangfeld und Wilke verschiedene Sanktionen anweisen, wie zum Beispiel einen Belegungsstopp anordnen oder ein Bußgeld verhängen. Im schlimmsten Fall droht die Schließung der Einrichtung. "Wir versuchen das jedoch mit allem Mitteln zu verhindern", sagt Wilke.

Die ohnehin schon sehr umfangreiche Arbeit der Heimaufsicht wird bald noch größere Anforderungen mit sich bringen. Wegen eines neuen Gesetzes werden zu den aktuell 27 Einrichtungen, die Wilke und Strangfeld überwachen, weitere dazu kommen, zu denen aber auch neue Leistungs- und Betreuungsangebote wie Tagespflege und Service-Wohnen zählen. "Wir können noch gar nicht absehen, was uns dann erwartet", sagt Wilke.

(hathi)