Remscheid: Kompositionen voller Geheimnisse

Remscheid : Kompositionen voller Geheimnisse

Bergische Symphoniker spielen heute Werke von Brahms und Mendelssohn Bartholdy.

Geheimnisvoll und märchenhaft soll es heute beim Philharmonischen Konzert im Teo Otto Theater klingen. Generalmusikdirektor Peter Kuhn hat für sein Programm Stücke gewählt, die leise enden und irgendwo im Meer verschwimmen, wie er sagt. Bei der Ouvertüre "Das Märchen von der schönen Melusine" von Felix Mendelssohn Bartholdy liegt das Verschwinden in den ewigen Wellen auf der Hand. Hintergrund dieser Musik ist das Märchen der feinen Melusine, die als Meerjungfrau lebt und ihre Gestalt vor dem Bräutigam verstecken muss. Als ihr Geheimnis entdeckt wird, muss sie sterben.

Geheimnisvoll wirken auch die Klänge des türkischen Komponisten Ahmed Adnan Saygun. Der von Kemal Atatürk geförderte Künstler starb 1991 in Istanbul im Alter von 84 Jahren. Das Konzert für Violoncello ist Sayguns vorletztes Orchesterwerk. "Das Werk offenbart einen vielseitig interessierten Ahmed Adnan Saygun, der mit diesem Cellokonzert all sein Wissen weitergeben zu wollen scheint, was ihm auf anrührende Weise gelingt", heißt es in einer Mitteilung der Symphoniker.

Mit dem zu Herzen gehenden dunklen Cellotimbre brenne sich dieses sinnliche Solowerk direkt in die Seele, heißt es weiter. Die überwältigende Intensität des eindringlichen Soloparts werde durch das häufig sehr rhythmisch agierende Orchester wundervoll hervorgehoben. Dazu erklingen immer fast dramatisch anmutende Passagen. Nicolas Altstaedt tritt als Solist des Abends auf. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, die unter anderem zu seinem Debüt mit den Wiener Philharmonikern führten.

Nach der Pause erklingt Brahms dritte Symphonie. "Das Herz geht einem dabei auf", sagte Brahms' Freund Antonín Dvorák. Mit der Grundtonart F-Dur erzeugt Brahms ganz traditionell eine Idylle. Darüber hinaus aber verzaubert er in dieser seiner vorletzten Symphonie mit den unterschiedlichsten Bildern, die seine Musik heraufbeschwört, universal verständlich und dennoch ganz persönlich. Diese Symphonie kann man auch als Liebeserklärung an Klara Schumann lesen. Eine Geschichte einer unerfüllten Liebe. Entsprechend leise und traurig endet die Komposition.

Heute, 19.30 Uhr, Teo Otto Theater, Einführung 18.45 Uhr. Karten gibt es zum Selbstausdrucken unter theaterticket.remscheid.de oder an der Theaterkasse, Telefon 02191-16 26 50.

(RP)