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Remscheid: Klinik-Ruine weicht bald Wohnhäusern

Remscheid : Klinik-Ruine weicht bald Wohnhäusern

Auf dem ehemaligen Krankenhaus-Gelände sollen nur 105 Wohneinheiten entstehen. Neues Bebauungsplanverfahren.

Ein Lenneper Schandfleck verschwindet noch dieses Jahr: Im Herbst rollen voraussichtlich die Bagger an, um die Ruine des ehemaligen Lenneper Krankenhauses dem Erdboden gleich zu machen. Sie macht Platz für ein neues Wohnbaugebiet. Nach vielen Verhandlungen sind die Probleme, die das Projekt bisher ins Stocken brachten, nach Angaben von Jörg Schubert, Leiter des Bauordnungsamtes, alle gelöst. Das Bebauungsplanverfahren könne jetzt wieder aufleben. In der neuen Version sei die Bebauung aufgelockerter als zuvor.

Das Klinik-Gebäude steht schon seit Jahren leer und zieht immer wieder Vandalen an. Bis Ende Dezember 2014 scheiterten Versuche einer Neunutzung der Fläche. Es musste die Entwässerungsfrage und die zulässige Anzahl der geplanten Wohneinheiten mit dem Investor geklärt werden. Inzwischen haben Stadt und Grundstücksvermarkter, die Weber Consulting Beratungs GmbH mit Sitz in Pforzheim, einen gemeinsamen Nenner gefunden, berichtet Jörg Schubert.

Jörg Schubert leitet das Bauordnungsamt. Foto: Moll (archiv)

Der Vermarkter plant nun mit 105 Wohneinheiten ein geringeres Bauvolumen als ursprünglich vorgesehen. Mit Bauträgern sollen zwei Mehrfamilienhäuser mit etwa je sechs Wohneinheiten, circa 43 Reihenhäuser und zwölf Doppelhaushälften verwirklicht werden, sagt Hubert Hersel, der bei Weber Consulting als Ingenieur für die städtebauliche Planung zuständig ist. Ohne Bauträger und im freien Verkauf sollen 48 baureife Grundstücke für freistehende Einfamilienhäuser den Häuslebauern angeboten werden.

Doch zuvor sind einige Verfahrensschritte zu bewältigen. Die Veränderungen fließen in ein neues Bebauungsplanverfahren ein, erläutert Schubert. "Damit gehen wir dann mit dem neuen Bebauungsplan in die Offenlage." Das heißt, dass dann jedermann wie üblich Anregungen und Bedenken äußern kann. Parallel dazu werden erforderliche Gutachten - wie der Umweltbericht und die Artenschutzprüfung - aktualisiert.

Er rechne damit, dass der Satzungsbeschluss Ende des dritten, Anfang des vierten Quartals gefasst werden kann. Das ist das offizielle Okay für die Bebauung. Erst wenn das Baurecht vorliegt, werde der Investor die Ruine abreißen lassen. Der Antrag auf Abbruch habe der Investor bereits eingereicht.

Die Entwässerung der später versiegelten Flächen lasse sich allein über das vorhandene Regenüberlaufbecken der Technischen Betriebe Remscheid nicht regeln. Daher werde ein Teil des Wassers auf den Grundstücken versickert, was nachweislich möglich sei.

(RP)