Kleinkunst trifft auf Gastronomie

Remscheid : Kleinkunst trifft auf Gastronomie

Kleinkunst trifft in unmittelbarer Nähe des Marktes auf Gastro. Theaterbetreiber Dr. Volker Schatz will im Erdgeschoss der „Schatzkiste“ eine neue Gastronomie eröffnen. Der „Landsknecht“ wird dafür komplett entkernt.

In der Elberfelder Straße 7-9 wird die „Schatzkiste“ einen attraktiven Untermieter erhalten. Hausbesitzer und Theaterbetreiber Dr. Volker Schatz plant im Erdgeschoss, eine neue Gastronomie zu eröffnen.

Die Schank- und Speisewirtschaft „Zum Landsknecht“ soll in den kommenden Monaten umgebaut werden. Dessen Wirte Jürgen und Magdalena Marquard sind im September gewechselt und betreiben nun in Lennep an der Rader Straße das „Marquard’s“, ehemals „Bergische Stuben“. Kleinkunst trifft in unmittelbarer Nähe des Marktes auf Gastro. Volker Schatz will die im Januar eröffnete Bühne im ersten Stock mit einem gehobenen Essensangebot kombinieren.

„Unser Ziel ist es, ein Restaurant zu schaffen, das einer Großstadt gerecht wird“, betont der 60-jährige Lenneper. Für ihn und seine Ehefrau Martina heißt dies: „Gut und besonders“ soll die Speisekarte ausfallen. Mehrere Köche haben bereits als Mieter angeklopft. Am Ende müssen die Gastronomen ein Kriterium erfüllen: „Wir werden keinen reinnehmen, der durchschnittliche Kost anbietet.“

Der „Landsknecht“ wird komplett entkernt, die Kleinteiligkeit aufgegeben, Trennwände werden rausgerissen. Zur Straße erhält das „Meine Kleine“ (so der angedachte Name für das Lokal) eine riesige Glasfront. Dahinter wird sich eine stylische Architektur mit 60 Sitzplätzen, einer Getränketheke und einer Küche befinden, die durch eine Verglasung Einblicke in die Essenszubereitung gewährt.

Die sanitären Anlagen werden gemacht, der riesige Keller mit einem Bunkerraum als Kühlhaus und Weinlager genutzt. In aufwendigen 3D-Animationen auf dem Laptop des Hausherren lässt sich erahnen, dass das Wuppertaler Architektenbüro Antonio Quintiliani und speziell Lichtplanerin Silvia Quintiliani ein hochmodernes Beleuchtungskonzept integrieren werden und das Innere hell und großzügig erscheinen lassen.

Denkbar wäre auch, den Innenhof für eine Außengastro zu nutzen. In jedem Fall wird das Restaurant – wie der Saal obendrüber – barrierefrei sein. Auch wenn Theater stets Subventionsbetriebe sind, so hat Schatz die finanziellen Möglichkeiten und den Willen, seiner Heimatstadt etwas Nachhaltiges zu geben: „Meine Frau und ich sind Schöndenker“, sagt er: „Bei unseren Projekten sind wir mit dem Herzen dabei.“ Als Marschroute für die Fertigstellung hat das Ehepaar das Ende des ersten Quartals 2019 ins Auge gefasst. Es könnte aber auch ein wenig länger dauern, schränkt Schatz ein, denn: „Die Handwerker sind leider ausgelastet.“

Volker Schatz, der sein Unternehmen für Schraubtechnik 2016 verkauft hat, und sich seitdem als Impresario der „Schatzkiste“ im Unruhestand befindet, macht stets Nägel mit Köpfen. So wird jetzt das Treppenhaus des von ihm mitgekauften Mietshauses (14 Wohnungen) in der Elberfelder Straße auf Vordermann gebracht. Ein prägnanter Schriftzug, der auf die „Schatzkiste“ hinweist, soll demnächst angebracht werden.

Seit dem Auftakt mit Matthias Reuter Anfang 2018 liefen sieben Veranstaltungen in dem Theater mit 97 Sitzplätzen und modernster Licht- und Tontechnik. „Die meisten waren ausverkauft“, freut sich der Theaterchef. 2019 wird Intendant und Programmkoordinator Jürgen H. Scheugenpflug den Kalender von zehn auf 20 Termine mit Kabarett und Comedy ausdehnen. „Remscheid muss lachen“, findet Schatz. Damit das Lachen beim Parken nicht vergeht, hat er mit der Contipark-Tiefgarage die Absprache getroffen, dass Besucher dort kostenfrei ihr Auto abstellen können.

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