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Remscheid: Klare Kante gegen Gewalt im Fußball

Remscheid : Klare Kante gegen Gewalt im Fußball

Nach wiederholten Tumulten bei Fußballspielen soll durchgegriffen werden – mit Ausschlüssen und Hausverboten.

Nach wiederholten Tumulten bei Fußballspielen soll durchgegriffen werden — mit Ausschlüssen und Hausverboten.

Tumulte, Handgreiflichkeiten, Beleidigungen — auf Remscheids Fußballplätzen spitzten sich Situationen zuletzt dramatisch zu. Jetzt will Remscheid Gewalt auf Fußballplätzen klar die Rote Karte zeigen. Der Fußballkreis, der Sportbund Remscheid und die Stadt Remscheid wollen gemeinsam gegen Rowdytum vorgehen. Sie verständigten sich auf ein Maßnahmepaket, das acht Punkte umfasst und vorbeugend wirken soll.

In die Auseinandersetzungen waren alle verwickelt — Zuschauer, Spieler, Trainer. Ein paar Beispiele des heißen Herbstes: Tumultartige Szenen spielten sich Ende September beim Kreisliga-B-Spiel zwischen dem BV 10 Remscheid und dem SSV Bergisch Born II ab. Zuschauer wollten dem Unparteiischen an die Wäsche. Zwei Gästespieler mussten ins Krankenhaus. Beim B-Liga-Spiel zwischen dem 1. FC Klausen und TuRa Remscheid-Süd II wurde im Oktober der Schiedsrichter von Zuschauern bedroht, so dass die Polizei gerufen werden musste.

Anfang November lief beim Spiel Türkiyemspor Remscheid II — SC 08 Radevormwald II der Schiedsrichterassistent nach einer Rudelbildung mit der Fahne in der Hand auf den Platz. Die Stimmung erhitzte sich so stark, dass sich der Schiedsrichter außerstande sah, die Begegnung zu Ende zu führen. Nach Spielabbruch gab es weitere Tumulte.

Nach einer Flut von Platzverweisen und Strafen zog diese Woche TuRa Remscheid-Süd die Reißleine: Der Klub hat seine beiden Seniorenmannschaften in der Kreisliga B rausgeworfen. Die TuRa musste nach wiederholten Vorkommnissen Geldstrafen zahlen. Beleidigungen gegenüber Schiedsrichtern und Spielleitern waren an der Tagesordnung.

Gegen Störenfriede wird nun vorgegangen. Es können Hausverbote erteilt und Spieler gesperrt werden, sagte Uwe Kotthaus, der beim Sportamt für Sportstätten zuständig ist, in der Sitzung des Schul- und Sportausschusses.

So soll der Weg zu mehr Fairness aussehen: Gewalttäter, die aus einem Verein ausgeschlossen wurden, sollen gar nicht oder nicht so ohne weiteres von einem anderen Verein aufgenommen werden können. Extremfälle meldet der Fußballkreis dem Sportamt, das dem Übeltäter für städtische Sportanlagen ein Hausverbot erteilt. Platzwarte kontrollieren, ob es eingehalten wird. In begründeten Fällen kann für ein Spiel ein Sicherheitsdienst gefordert werden. Die Kosten muss der Verein tragen. Bei Begegnungen mit möglichem Zündstoff soll mit der Polizei vor dem Spiel die Vorgehensweise abgesprochen werden.

Auch der Fußballkreis ist in der Pflicht: Er spricht mit allen Mannschaftsführern, um sie dafür zu sensibilisieren, wie Ausschreitungen zu verhindern sind. 2014 soll es ein Treffen mit den Vorständen der Fußballvereine geben.

(RP)