Kita-Projekte verzögern sich

Remscheid: Kita-Projekte verzögern sich

Vier Kindertagesstätten sollten laut Plan im kommenden Kita-Jahr fertiggestellt werden. Bei jedem davon gibt es Verzögerungen. „Wir sind trotzdem auf einem guten Weg“, sagt Koordinator Werner Grimm.

Kurz vor den Sommerferien steht schon fest: Im kommenden Kindergartenjahr wird nicht jedes Kind einen Kindergartenplatz haben. Eltern werden sich mit Tagesmüttern, Großeltern oder anderen Notlösungen behelfen müssen, wenn sie ihre Kleinen betreut wissen wollen.

Werner Grimm ist der Mann, der dafür sorgen soll, dass die Betreuungslücke geschlossen wird. Im September 2016 setzte ihn die Stadt als Kita-Koordinator ein. Seitdem wurden 85 Plätze geschaffen. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt er.

Vier Projekte sollten laut Plan im kommenden Kita-Jahr fertiggestellt werden. Bei jedem davon gibt es Verzögerungen. „Wir sind trotzdem auf einem guten Weg“, sagt Grimm. Er verweist darauf, dass die Kita Holscheidsberg sieben Jahre von der Planung bis zur Fertigstellung gebraucht hat, die Kita Paulstraße sechs. So lange soll es mit der Erweiterung der Kita Steinackerstraße und den Neueinrichtungen an der Arturstraße, der Sedanstraße und der Fritz-Ruhrmann-Straße nicht dauern. Trotzdem dauert es. Ein Überblick.

Anfang 2017 kaufte ein Investor das Grundstück. Die Betriebserlaubnis für die Arturstraße ist seit Anfang 2018 da, das Landesjugendamt hat das Okay gegeben. Da dort aber erst abgerissen werden muss, um neu bauen zu können, braucht es einen Abrissantrag. „Und dafür fehlt noch ein Bodengutachten“, sagt Grimm. Das Gutachten ist auch in Auftrag gegeben – nur braucht es seine Zeit. Grimm schätzt die auf zwei Monate. Ein Bauantrag wird erst später gestellt.

Nahe der Klausener Straße liegt sie: die Fritz-Ruhrmann-Straße. Eine kleine Sackgasse, um die herum fünf Flurstücke liegen. Eigentlich sollten hier einst Häuser entstehen, so war es in den 1990er-Jahren geplant. Doch irgendwie gerieten die Grundstücke in Vergessenheit. Als Grimm nach Standorten für Kitas suchte, wurde er auf das vergessene Land aufmerksam und machte Nägel mit Köpfen. Verkauft ist das Grundstück schon an den Investor – die Volksbank. Das Problem: Der Ausbau der Straße ist noch nicht abgeschlossen. Kanalanschlüsse und dergleichen gibt es zwar schon – aber die Straße müsste noch richtig hergestellt werden. Bisher liegt hier nur grober Asphalt. Die Straße muss also erst hergerichtet werden.

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Klingt dramatisch, sei aber nicht so schlimm, sagt Grimm. „Der Unterbau ist fertig – und um dem Bedarf des Kindergartens gerecht zu werden, wird beim Straßenausbau auch gleich der Wendehammer breiter gemacht“, sagt er. Immerhin: Der Bauantrag wurde im Mai gestellt. Grimm kann sich vorstellen, dass da nach den Sommerferien etwas passiert.

Die Sedanstraße ist ein Problemkind. Erste Entwürfe hatte das Landesjugendamt abgelehnt. Der Käufer muss an der Straße erst einen Wendehammer errichten. „Der ist seit den 1990er-Jahren geplant“, betont Grimm. Die Kosten dafür erlässt die Stadt als Grundstücksverkäufer sogar. Der Hammer muss aber her, auch hier muss abgerissen werden – und es müssen Bäume fallen. „Vor dem 30. September darf nichts gefällt werden“, macht Grimm auf Zeitprobleme aufmerksam.

In der Bezirksvertretung Süd gibt es übrigens auch noch Bedenken. Schon jetzt herrscht an der Straße Verkehrschaos. Wie soll es dann mit einer Kita mit 80 Plätzen werden?

Zugegeben: Die Steinackerstraße ist das kleinste Projekt. Hier soll lediglich eine neue Gruppe zur Kindertagesstätte hinzukommen – als Waldgruppe im Bauwagen mit
15 Plätzen. Das Beruhigende an dem Projekt: Der Kindertagesstätte wurde mitgeteilt, dass der Förderbescheid nun da ist. Jetzt kann der Bauwagen bestellt – und in der Regel dann drei bis vier Monate später angeliefert werden.

(Boll)