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Remscheid: Kita baut für Wickelkinder

Remscheid : Kita baut für Wickelkinder

Die evangelische Kita Moltkestraße wird bis 2013 für die Betreuung Unterdreijähriger ausgebaut. Sie zählt zu den Einrichtungen, die nicht mehr improvisieren müssen. Es gibt bereits eine Nachfrage nach Plätzen für Babys.

Baustaub, Lärmbelästigung und Unruhe, weil Handwerker ein- und ausgehen — all das bringt Monika Hesse nicht aus der Ruhe. Die Leiterin der evangelischen Kita Moltkestraße, ihr Team und die 85 Kinder leben seit Herbst auf einer Baustelle. Grund: Die 1991 gebaute Einrichtung wird derzeit für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren (U 3) aus- und umgebaut.

Doch der Ausblick auf Verbesserungen lässt das geordnete Durcheinander vergessen. "Der große Vorteil ist, dass die Wege kürzer werden, zum Beispiel zum Wickelbereich", sagt Hesse. Das spare Zeit, erleichtere die Aufsicht der anderen Kinder. Wie in anderen Remscheider Kitas werden "Windelkinder" zwar schon seit ein paar Jahren aufgenommen, weil Eltern diese Plätze nachfragen, der Bedarf vorhanden ist. Aber die Genehmigung erteilen die Behörden nur befristet, wenn bestimmte Standards nicht erfüllt sind— so wie bisher in der Moltkestraße.

Zusätzlicher Ruheraum

"Wir haben den Wickeltisch bisher hin- und hergerollt", erzählt Hesse. Nach dem Umbau im Sommer 2013 erfüllt die Einrichtung alle Anforderungen. Zehn Kinder unter drei Jahren möchte Monika Hesse dann neu aufnehmen. Zu den baulichen Vorgaben zählt ein zusätzlicher Ruheraum für die Kleinen — für jede ihrer vier Gruppen. Mit zwei Anbauten und weiteren Umbauten — wie durch Verlegung des Personalraums in den ehemaligen Speicher — wurde dafür Platz geschaffen. Außerdem erhält jede Gruppe einen Wickelraum. Sanitärbereiche wurden erweitert und erneuert.

"Hier wurden Türen versetzt, Mauern gezogen, es wird eine neue Treppe gebaut", beschreibt Monika Hesse den Aufwand. Der Architekt, Udo Frielingsdorf, habe jedes Detail mit ihr abgesprochen. Auf die Frage, ob die Standards zu hoch seien, sagt sie: "Es ist unterm Strich preiswerter als mehr Personal einzustellen, wenn Abläufe aufgrund baulicher Schwächen komplizierter sind." Gerade das Wickeln beanspruche viel Zeit.

Die Nachfrage nach U 3-Plätzen, sogar U 2-Plätzen steige auch im Einzugsbereich der Moltkestraße, selbst Plätze für Babys würden nachgefragt. "Rund Dreiviertel der Eltern hat einen wirklichen Bedarf meist aufgrund von Berufstätigkeit", sagt die Kita-Leiterin. Der Rest der Eltern, die nach U 3-Plätzen fragen, meine, einem Trend folgen müssen, habe Schuldgefühle, wenn das Kind nicht mit zwei in die Kita geht. Ihnen macht Hesse im Aufnahmegespräch Mut, die Zeit mit dem Kind zu Hause zu genießen. Zur Existenzfrage habe sich ein langfristiges U 3-Angebot für ihre Einrichtung bisher nicht entwickelt — auch wenn alle benachbarte Kitas Plätze für Kleinkinder bieten. "Viele Kinder werden nach wie vor erst mit drei Jahren angemeldet", sagt sie.

Internet Bisherige Berichte unter www.rp-online.de/remscheid

(RP/rl)