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Kirchen in Remscheid geben jüdischer Kultusgemeinde Rückhalt

Kirchen in Remscheid : Rückhalt für jüdische Kultusgemeinde

Die antisemitisch motivierte Tat mit zwei Todesopfern in Halle ist in der Region mit Bestürzung und Trauer registriert worden. Auch bei den christlichen Kirchen in Remscheid.

In einem Offenen Brief an die Jüdische Kultusgemeinde in Wuppertal beziehen André Carouge, Pastor der Friedenskirchengemeinde, Superintendent Hartmut Demski für den Evangelischen Kirchenkreis und Monsignore Thomas Kaster für das Katholische Stadtdekanat Stellung.

„Mit großem Erschrecken haben wir die Informationen über den Angriff auf die Synagoge in Halle und die dort zu Jom Kippur versammelte Gemeinde wahrgenommen“, heißt es in dem Schreiben. Es sei „entsetzlich und beschämend“, wie sich „aus der dunkelsten Tradition der deutschen Geschichte auch heute noch und heute wieder Hass und Gewalt auf Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland entlädt“. In ehrlicher Verbundenheit und Solidarität stünden die Gemeinden gegen diesen Ausbruch von Antisemitismus an der Seite der Juden.

Und weiter heißt es: „Gerade eben durften wir Gäste Ihres Neujahrsfestes sein. Gemeinsam haben wir das neue Jahr nach jüdischer Zählung begonnen und uns gegenseitig ein gutes neues Jahr gewünscht – da ist dieses neue Jahr schon besudelt und beschmutzt durch diese Gewalttat.“ In diesen Tagen finde man zum Gebet zusammen für Frieden und Versöhnung in der Welt. „Wir sind sicher, dass gerade die unterschiedlichen Religionen einen Beitrag dazu leisten können und sollen“, sagen die Unterzeichner des Schreibens: „Nun schließen wir besonders die Menschen in den jüdischen Gemeinden und Sie als unsere Nachbarn hier im Bergischen Land in das Gebet ein und erbitten für Sie Gottes Schutz und Bewahrung.“

Rassismus und religiösem Hass müsse in jeder Form widersprochen werden – im Kleinen wie im Großen. Dazu wolle man beitragen und nicht schweigen, wenn Menschen um ihres Glaubens, ihrer Religionszugehörigkeit oder ihrer Herkunft willen angegriffen und beleidigt werden: „Was mit bösen Worten beginnt, findet in solchen Taten wie in Halle seine Fortsetzung.“

(red)