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Kirche in Lüttringhausen: Sanierung hinkt Zeitplan hinterher

Tannenhof-Kirche in Lüttringhausen : Sanierung hinkt Zeitplan hinterher

Die Arbeiten am Turm der Kirche der Evangelischen Stiftung Tannenhof sind aufwendiger als gedacht. Ende September soll aber der erste Abschnitt in Lüttringhausen fertig sein.

Die Arbeiten an der Ev. Kirche der Stiftung Tannenhof hinken dem Zeitplan hinterher. Seit September vergangenen Jahres ist der Turm des markant rosafarbenen Gotteshauses auf dem Stiftungsgelände an der Remscheider Straße eingerüstet. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass das Gerüst spätestens Pfingsten wieder verschwunden ist. Nun wird es voraussichtlich Ende September soweit sein, berichtet Dietmar Volk, Kaufmännischer Direktor der Stiftung.

„Wir hatten im Turm mehr Probleme als erwartet. Wir befinden uns aber in den letzten Zügen des ersten Abschnitts“, erklärt er. An undichten Stellen drang Feuchtigkeit ins Turminnere und setzten den Holzbalken schwer zu. Die aggressivste Form des Hausschwammes breitete sich aus und ließ Balken und Pfette der Dachkonstruktion bröselig werden. „Die Arbeiten waren noch dringlicher als gedacht, weil der Turm viel gefährdeter war“, betont Volk.

Die Standfestigkeit des Turms war gefährdet und hätte bei einem Einsturz das komplette Kirchenschiff getroffen. Denn auch das Mauerwerk war von der Feuchtigkeit und dem Schwammbefall betroffen. Die Ziegel mussten mit einer speziellen Lösung bearbeitet werden, um den Zersetzungsprozess aufzuhalten, erklärt der Direktor.

Ein Ringanker aus Stahlbeton wird künftig zusätzlich für Stabilität sorgen und soll verhindern, dass Holz und Mauerwerk derart von Feuchtigkeit angegriffen werden können. Das Holz war nämlich im Mauerwerk verarbeitet. Auf diese Weise konnte das Holz nicht atmen und die Feuchtigkeit des Gemäuers wurde direkt an die Balken weitergegeben.

Sämtliche Erneuerungen und Veränderungen geschehen in enger Absprache mit der Denkmalschutzbehörde. Denn die Kirche aus dem Jahr 1907 ist denkmalgeschützt. So etwa auch die Wahl der Fassadenfarbe. Volk hatte zunächst befürchtet, die markante Rosafarbe müsse weichen. Doch er gibt Entwarnung: Sie darf bleiben.

Wenn dann Ende September der Turm wieder fit für die nächsten Jahrzehnte ist, erfolgt der zweite Sanierungsabschnitt. Auch das Dach des Kirchenschiffes ist von Feuchtigkeitsschäden betroffen und muss renoviert werden. Erste Anzeichen stellen die Farbabplatzungen an der Wand in der Nähe der Beckerath-Orgel dar. Die Arbeiten gleichen denen im Turm. Im gleichen Zug wird auch das Kircheninnere renoviert. Volk hofft, dass dort keine weiteren Überraschungen warten. „Ich fürchte aber, die Sanierung wird uns das ganze Jahr 2021 beschäftigen“, merkt er an. Gottesdienste, die durch die Corona-Pandemie seit dem Frühling nur eingeschränkt angeboten werden können, sollen jedoch weiterhin stattfinden können.

Insgesamt muss die Stiftung für den Erhalt der Kirche 1,5 Millionen Euro investieren. „Die Kirche gehört zur Stiftung. Da stand es außer Frage, dass wir sie sanieren“, betont Volk. Für den Turm wurde ein Zuschuss aus dem Denkmalförderprogramm des Landes NRW in Höhe von 200.000 Euro bewilligt. Für das Kirchenschiff hat Volk ebenfalls Fördermittel in Höhe von 200.000 Euro bewilligt bekommen. Insgesamt wird das Projekt also mit 400.000 Euro vom Land unterstützt. „Das ist schon eine große Hilfe.“ Allerdings reicht das noch nicht aus. Die Einnahme von Spenden für die Sanierung sei aber durch Corona schwierig, da Veranstaltungen nicht durchgeführt werden konnten.