Remscheid: Kipperbrache wird Gewerbepark

Remscheid : Kipperbrache wird Gewerbepark

Das verrostete Eingangstor an der Grenze zum Gelände spricht Bände. Das Grundstück zwischen Nordstraße und Haddenbacher Straße, auf dem einst die Kipper-Brauerei stand, ist schon lange eine Brache.

Umso bedeutsamer ist der Beschluss, den am Dienstagabend erst die Bezirksvertretung Alt-Remscheid und anschließend der Hauptausschuss jeweils einstimmig fassten. Indem die Politiker eine Ausnahme der in diesem Bereich geltenden Veränderungssperre beschlossen, machten sie den Weg frei für eine Vermarktung des Kipper-Geländes.

Ein kleiner Gewerbepark wird hier entstehen, wenn sich Eigentümer und Kaufinteressenten einigen. Aktuell liegen der Stadt die Voranfragen eines Garten- und Landschaftbaubetriebes, einer Firma für Maschinen-Wartung und eines Handwerksbetriebes aus dem Bereich des Gesundheitswesens vor.

Sie planen Neubauten auf dem 1,3 Hektar großen Grundstück im Besitz der Felsenkeller Brauereibesitz GmbH. Gelingt das, wäre dann noch Platz für eine weitere gewerbliche Ansiedlung, berichtete Baudezernent Peter Heinze auf Nachfrage der Politik.

Ins Detail gehen will die Stadt noch nicht, was die potenziellen Grundstückskäufer angeht. Klar ist, dass alle drei aus Remscheid kommen und an einem neuen Standort in der Stadt ihren Betrieb vergrößern wollen. Dass dadurch an anderen Stellen in der Stadt Leerstände entstünden, wie Rosemarie Stippekohl (CDU) anmerkte, wollte Heinze nicht leugnen. Das sei aber das "völlig normale" Geschäft der Wirtschaftsförderung. Nach erfolgreichem Umzug gehe es darum, für die Standorte neue Nutzer zu finden. So seien die Gesetze des Marktes.

Der Beschluss der Politik war nötig, weil der Rat den Bereich rund um das Kipper-Gelände mit einer Veränderungssperre belegt hatte. So soll vermieden werden, dass ein Discounter das Gelände erwirbt und sich hier ansiedelt. Anfragen gab es. Die Stadt kämpft seit Jahren darum, die Ansiedlung des Einzelhandels zu steuern. Dafür wurde ein Einzelhandelskonzept erarbeitet. Wie nötig ein solches Vorgehen ist, zeigt die Zahl der Klagen allein der Firma Aldi gegen die Stadt. Mehr als ein Dutzend Streitfälle um Ansiedlungswünsche des Branchenriesen sind aktuell bei der Stadt anhängig.

Dass es sich beim Kipper-Gelände um eine städtebaulich interessante Fläche handelt, wussten schon die Macher der "Regionale 2006". In den ersten Überlegungen war der Bereich als Standort für ein Kompetenz-Zentrum der Wirtschaft im Gespräch.

(hr)
Mehr von RP ONLINE