1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Kino-Motive sollen Tunnel aufwerten

Graffiti : Kino-Motive sollen Tunnel aufwerten

Derzeit prägen vor allem graue Wände und Schmierereien das Bild an einem der Eingangstore zur Stadt.

Wenn es nach der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid geht, dann posiert Marilyn Monroe bald vor dem Allee-Center und King Kong klettert auf den Waterbölles. Mit diesen und ähnlichen Motiven soll der Remscheider Graffiti-Künstler Rene Schneider die Wände der Unterführung zwischen Willy-Brandt-Platz und Hauptbahnhof gestalten und aufwerten. Das empfahlen die Politiker des Gremiums einstimmig.

Zuvor hatten Schneider und sein Mitbewerber, der Wuppertaler Künstler Marco Leckzut, ihre Entwürfe für den Durchgang vorgestellt. Ziel der Neugestaltung ist es, den Weg zwischen dem Busbahnhof auf der einen und dem Bereich mit Hauptbahnhof und dem entstehenden Kino auf der anderen Seite in einen ansprechenden Zustand zu versetzen.

Derzeit prägen vor allem graue Wände, illegale Graffiti und Schmierereien sowie Uringestank das Bild an einem der Eingangstore zur Stadt. Das soll sich ändern.

22.000 Euro aus dem Budget der Wirtschaftsförderung stehen bereit, um den Fußgängertunnel optisch auf Vordermann zu bringen. Weitere 2200 Euro sind jährlich für die Reinigung der Wandflächen eingeplant.

Während Leckzut historische Motive, beispielsweise vom Markt oder der Straßenbahn auf der Alten Bismarckstraße, innerhalb eines modernen Farbkonzepts für die Gestaltung vorschlug, kombinierte Rene Schneider in seinen Entwürfen bekannte Motive aus dem Remscheider Stadtbild mit Filmthemen.

Damit greift der 32-Jährige, der mittlerweile seit zehn Jahren als professioneller Graffitigestalter tätig ist und sich mit dem Unternehmen „Unikat-Colors“ selbstständig gemacht hat, den örtlichen Zusammenhang zum Kino auf, das im Dezember dieses Jahres am Hauptbahnhof eröffnen soll.

Bei dem Entwurf arbeitet Schneider mit seinem Kölner Kollegen Kai Niederhausen, Künstlername „Semor“, und Marc Stania aus Wuppertal, der in der Szene als „Coke“ bekannt ist, zusammen. Rene Schneider wird die Motive gestalten, seine Partner übernehmen die Flächen zwischen den in schwarz-weiß gehaltenen Bildern. „Dort greifen wir das Blau aus dem Remscheider Stadtwappen auf“, erklärte der Künstler den Ortspolitikern.

Echte Hingucker für Passanten, die etwa mit dem Bus am Willy-Brandt-Platz ankommen und ins Kino wollen, dürften aber die Motive sein, die Filmthemen mit bekannten Remscheider Ansichten verbinden.

Neben Monroe am Allee-Center und King Kong am Wasserturm wird auch Indiana Jones alias Harrison Ford zu sehen sein. „Er greift aber nicht nach dem Heiligen Gral, sondern nach dem Löwen-Denkmal vor dem Rathaus“, beschreibt Schneider.

Weitere Bilder zeigen den weltbekannten Hollywood-Schriftzug unter der Müngstener Brücke, Micky Maus, eine Filmrolle und eine Popcorntüte. Und mit einer Zange und einem Sägeblatt liefert der Entwurf zudem eine Reminiszenz an die Werkzeugstadt Remscheid.

Bei den Ortspolitikern stießen beide Entwürfe auf Gegenliebe. „Wir halten die Kinovariante aber für jünger und moderner“, begründete Rosemarie Stippekohl (CDU) ihre Entscheidung für den Vorschlag von Rene Schneider.

Sie regte zudem an, Hinweise auf den Bahnhof und Busbahnhof sowie den Weg zum Markt und den neugegründeten Verein „MyViertel“ an der Alten Bismarckstraße auf der Wand zu platzieren.

Für Nachfragen sorgte indes die Befürchtung, dass die neugestalteten Flächen in kürzester Zeit wieder durch Schmierereien verschandelt werden könnten. Ein Schutzlack soll das verhindern.

Dieser wird allerdings nur auf den Motiven und nicht auf der gesamten 230 Quadratmeter großen Wandfläche aufgetragen. „Dieser Lack ist unheimlich teuer. Da ist es besser, die Zwischenräume neu zu streichen“, erklärte Graffiti-Künstler Rene Schneider, der die kostengünstigere Variante anbot.

(Boll)