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Kindesmissbrauch in Remscheid - Angeklagter will Schmerzensgeld zahlen

Remscheider vor Gericht : Kindesmissbrauch – Angeklagter will Schmerzensgeld zahlen

Fortsetzung im Prozess wegen Kindesmissbrauchs am Wuppertaler Landgericht: Ein heute 81-jähriger Angeklagter hatte sich über längere Zeit an seine anfangs achtjährige Stiefenkelin „rangemacht“ – es blieb nicht bei zufälligen Berührungen.

Zwar war der Mutter irgendwann mal aufgefallen, dass die beiden in der Küche enger als üblich zusammen standen und er seine Hände nicht bei sich hatte. Auch, dass der heute Angeklagte gerne im Kinderzimmer der beiden Schwestern verschwand, um, wie er sagte, die gemeinsame Leidenschaft Fußball auf dem Fernseher zu verfolgen. Und auch die Gänge in den Keller schienen überaus häufig zu passieren. Aber die Einsicht, dass da doch mehr war, kam nur langsam.

Vor allem er schien es vehement abgestritten zu haben. Nichts davon stimme, das ließ die Mutter wieder zweifeln. Das Jugendamt soll empfohlen haben, dass sie mal zum Psychiater gehen solle. Und erst nach der zweiten Anzeige bei der Polizei erklärte sich die Tochter bei der verunsicherten Mutter. Wie üblich nach solchen Anzeigen wurde das Jugendamt aktiv, nahm die drei Kinder aus der Familie und verteilte sie auf betreute Wohngruppen. Das Opfer verschloss sich allen Fragen, fügte sich selbst Verletzungen zu und brauchte erst eine stationäre Betreuung im Tannenhof, um die Füße wieder auf den Boden zu bekommen.

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In den sechs Jahren von der Anzeige bis zum Gerichtstermin soll sich das Familiengefüge wieder gefestigt haben, die Betroffene soll eine Ausbildung zur Erzieherin abgeschlossen haben. Aber, so die Verwandten übereinstimmend, die unbelastete Fröhlichkeit sei noch nicht wieder voll zurückgekehrt. Das Thema Schmerzensgeld, der Nebenklageanwalt verlangte 25.000 Euro, ist wohl noch nicht endgültig entschieden, aber bereits im März hatte der Angeklagte seine freiwillige Verpflichtung zur Zahlung von 10.000 Euro an das Opfer wegen „unerlaubter Handlungen“ beim Gericht erklärt, voraussichtlich kann die Summe bis zum Schlusstermin am Freitag hinterlegt werden. Das könnte dem Gericht eine Bewährungsstrafe ermöglichen.