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Kindesmissbrauch – 33-Jähriger zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt

Remscheider vor Gericht : Kindesmissbrauch – 33-Jähriger zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt

Im Dezember hatte am Wuppertaler Landgericht der Prozess gegen einen Remscheider begonnen, ihm wurde schwerer sexueller Missbrauch von Kindern (teilweise in Tateinheit mit Vergewaltigung) und der Besitz kinderpornografischer Schriften vorgeworfen. Nun wurde der 33-Jährige zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, das Urteil ist rechtskräftig.

Noch bevor die Anklage verlesen wurde, hatte die Verteidigung den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Kein unübliches Prozedere bei einem solchen Tatvorwurf, vor allem auch um das noch minderjährige Opfer zu schützen. Die Vorwürfe gegen den Angeklagten wogen schwer: Er soll den anfangs achtjährigen Sohn eines Bekannten über Jahre sexuell missbraucht und vergewaltigt haben.

Die Eltern des Opfers sollen „aus allen Wolken gefallen“ sein, als der Missbrauch ans Licht gekommen sei. Der Vater soll mit dem Angeklagten befreundet gewesen sein und sich nichts dabei gedacht haben, als der ihm angeboten habe das Kind zu beaufsichtigen, während er selbst mit seiner Frau bei Kegelabenden gewesen sei. An besagten Abenden soll der Junge in der Wohnung des Remscheiders übernachtet haben.

Der Beginn des sexuellen Missbrauchs soll bis in das Jahr 2015 zurückreichen, der Angeklagte soll den Jungen unter anderem beim Urinieren fotografiert und die Bilder über einen Messengerdienst verschickt haben. Dazu soll er seine Taten aufgenommen und über Instagram verbreitet haben. Das Unternehmen hatte sich an die US-Behörden gewandt und die wiederum hatten das BKA informiert. Nachdem die Daten dort gesichtet wurden, hatte sich der Verdacht des schweren Kindesmissbrauchs bestätigt.

Hinzu kam, dass die Ermittler offenbar Anhaltspunkte dafür hatten, dass ein erneuter Missbrauch des Jungen unmittelbar bevorstehen würde. Nach einem Gerichtsbeschluss folgten Durchsuchungen der Wohnung des Remscheiders und seines Arbeitsplatzes in Hückeswagen. Dabei soll Datenspürhund „Odin“ unter anderem USB-Sticks erschnüffelt haben. Am Ende sollen mehr als 40.000 kinderpornografische Fotografien und mehr als 15.000 Videodateien sichergestellt worden sein.