Remscheid: Kinderhospiz mit zwölf Plätzen in Planung

Remscheid : Kinderhospiz mit zwölf Plätzen in Planung

Wenn ein Kind krank ist, benötigt es die volle Aufmerksamkeit der Eltern, damit es schnell wieder gesund wird. Doch was ist, wenn ein Kind todkrank ist? "Viele Familien kommen an ihre Grenzen", weiß Silke Kirchmann, die Leiterin des Caritas Hospizdienstes Wuppertal/Solingen.

Zum einen müsse in der Regel ein Elternteil aufhören zu arbeiten, so dass die Familien oft in wirtschaftliche Not gerieten. Zum anderen entwickelten sich Geschwister zu Schattenkindern, weil sich Vater und Mutter voll und ganz um das kranke Kind kümmerten. Freunde zögen sich mehr und mehr zurück, so dass die Familien vereinsamten.

Um hier Unterstützung zu bieten, plant der Caritasverband zusammen mit der Diakonie Wuppertal und der Bethe-Stiftung, im nächsten Jahr ein Kinderhospiz mit zwölf Plätzen für das gesamte Bergische Land zu errichten. Gut vier Millionen Euro sind dafür veranschlagt. "2,5 Millionen Euro haben wir schon als Spendenzusagen zusammen", berichtete jetzt Caritasgeschäftsführer Dr. Christoph Humburg. Zurzeit sucht man ein geeignetes Grundstück in Wuppertal.

Der Bedarf sei da, berichtet Silke Kirchmann. "Wir sind im Januar 2006 mit dem ambulanten Kinderhospizdienst im Bergischen gestartet, und schon im März haben wir 13 Kinder betreut." Bis heute seien es 45 Familien. Ein ambulanter Dienst könne jedoch nicht alles auffangen. Eine stationäre Versorgung fehle in der Region. "Gerade erst musste ich einen Solinger Vater mit zwei Kindern, die beide sterben werden, ans Kinderhospiz in Olpe verweisen", berichtet Kirchmann.

Solche Situationen möchte man mit einem hiesigen Hospiz vermeiden. "Wir wollen darin auch Kurzzeitpflege und Gästezimmer für Familienangehörige anbieten — auch für solche Menschen, die sich dies finanziell nicht leisten können."

Kontakt Tel. 0202 389036310.

(RP)