Ansichtssache: Keine Lust auf volles Risiko

Ansichtssache : Keine Lust auf volles Risiko

Investor McArthurGlen bleibt bei seiner vorsichtigen Linie. Nur die Aussage zum Gerichtstermin verblüfft.

Auch wenn die Bergische Abteilung im Handelsverband NRW ihm am Rande eines Pressegesprächs zum DOC fehlenden Klartext und unglückliche Informationspolitik vorgeworfen hatte, ist Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz dessen Vorsitzendem Klaus Kreutzer nicht gram. Im Gegenteil. Die Tatsache, dass der Verband lieber heute als morgen die Bagger in Lennep für das DOC rollen sehen würde, deckt sich mit der Stimmungslage des OB.

Aus dem Wunsch des Verbandes an den Investor, auf Risiko zu gehen und bereits vor der ersten Gerichtsverhandlung mit dem Bau des Shoppingdorfes zu beginnen, wird aber nichts. Das hat Entwicklungschef Henning Balzer gestern auf Anfrage unserer Zeitung klar gemacht. Er äußert sich dabei im Sinne einer Vereinbarung im städtebaulichen Vertrag, die Stadt und Investor abgeschlossen haben. Die besagt, dass erst die Unfechtbarkeit der Baugenehmigung abgewartet werden soll, bevor es losgeht. Eine solche Klausel ist nicht unbedingt üblich, sagen Experten, aber der Investor, der hier 165 Millionen Euro investieren will, ist offenbar vorsichtig. Verständlich, ist doch in Deutschland die Rechtslage anders als in den Nachbarländern, wo er Outlet-Center betreibt. Erstaunlich ist allein, dass in der E-Mail an die BM schon für den Sommer ein Urteil erwartet wird.

Allgemein wird damit gerechnet, dass das erste Urteil Signalwirkung haben wird. Danach wird die Lage neu bewertet. Von Juristen, aber auch von den DOC-Partnern. Dann könnte die Vereinbarung zwischen Stadt und McArthurGlen zum Thema werden. Der Rat wäre am Zug.

Da ist er dann wieder, der DOC-Konjunktiv, der seit vielen Monaten die Diskussion um das Outlet-Center genauso konsequent begleitet wie die Verwunderung darüber, wie lange sich dieses Thema nun schon hinzieht. Zur Erinnerung: Als 2013 der Standort Lennep konkret wurde, war die Eröffnung für Weihnachten 2017 geplant.

Der Investor fährt keinen Konfrontationskurs beim DOC - das werden die Gegner zufrieden zur Kenntnis nehmen. Es könnte auch den Ärger über den Vorstoß des Handelsverbandes mildern.

(RP)
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