Remscheid: Keine Gnade für Benzindiebe

Remscheid: Keine Gnade für Benzindiebe

Remscheider Tankstellenbetreiber bleiben häufig auf ihren Rechnungen sitzen. Viele Kunden machen sich, nach dem Tanken aus dem Staub, ohne zu bezahlen . Dabei wird jeder Tankbetrug zur Anzeige gebracht.

Dirk Lorkowski betreibt in Remscheid drei Tankstellen. Ein Job, der ihm Spaß macht, doch ein Thema treibt den Geschäftsführer der Lorkowski Tankstellen GmbH in jüngser Zeit auf die Palme: Tankbetrug. "Das ist für mich kein Kavaliersdelikt, sondern schwerer Diebstahl und Betrug", sagt der Geschäftsführer aufgebracht, "zumal ich für den Schaden selber geradestehen muss". Deshalb bringt er auch sämtliche Vorfälle zur Anzeige.

Abschrecken lassen sich davon die Tankbetrüger aber nur in den seltensten Fällen – ebenso wenig wie von den angebrachten Kameras. "Wir haben im Monat mindestens zwei Fälle", berichtet Lorkowski. Diese Zahl noch steigern kann Jochen Heinrichs, Pächter der Jet-Tankstelle an der Neuenkamper Straße: "Wir zählen monatlich meistens bis zu fünf Fälle, was uns einen Schaden von mehreren hundert Euro einbringt. Und dabei kommen die Betrüger aus allen Alters- und Sozialschichten."

Hochauflösende Kameras

Gerade das ist für das Tankstellenpersonal ein großes Problem. "Man sieht den Betrügern ja nicht an, dass sie ohne zu bezahlen abhauen", verdeutlicht Heinrichs. Im Gegenteil: Sie würden sich so unauffällig wie möglich verhalten und sich nicht etwa mit quietschenden Reifen aus dem Staub machen. "Trotz aller Vorsorgemaßnahmen ist man als Tankstellenbesitzer einfach machtlos", ärgert sich Heinrichs.

Esso will sich mit dieser Entwicklung allerdings nicht zufrieden geben: "Wir raten unseren Kassieren, die Fenster freizulassen, um einen besseren Blick auf die Zapfsäulen zu haben. Zudem haben wir ein sehr gutes Überwachungssystem – uns entgeht so gut wie keiner", erklärt Gabriele Radke, Pressesprecherin bei Esso-Deutschland. Und auch Dirk Lorkowski berichtet: "Etwa 90 Prozent der Täter werden ermittelt, trotz Einsatz von gefälschten Nummerschildern." Zudem hätten seine Mitarbeiter längst ein Gespür für mögliche Täter entwickelt, so dass sie im Zweifel schon mal ein Kennzeichen notieren würden.

Von dieser Vorsorge profitiert auch die Polizei. Denn nach einer BM-Nachfrage hat sich herausgestellt, dass der in der Kriminalstatistik für 2009 verzeichnete Anstieg von 43,9 Prozent auf einem simplen Fehler basiert. So seien im vergangenen Jahr nicht wie vorige Wochen vorgestellt 108 Fälle geschehen, sondern lediglich 76. Das bedeute im Vergleich zum Jahr 2008 einen Rückgang um 13 Fälle, sagte erklärte die Polizeipressestelle auf BM-Nachfrage. Zudem liege die Aufklärungsrate bei 64,5 Prozent.

(RP)