Grünflächen in Remscheid Es gibt kein Fördergeld für einen neuen Stadtpark-Teich

Remscheid · Sechs Millionen Euro hatte die Stadt aus einem Fördertopf des Bundes beantragt. Die stellvertretende Bürgermeisterin Beatrice Schlieper schlägt vor, das Projekt „positiv zu beerdigen“.

 Nur noch ein Schild der TBR erinnert an den Teich.  Foto: Henning Röser

Nur noch ein Schild der TBR erinnert an den Teich. Foto: Henning Röser

Foto: Röser, Henning/Henning Röser

Vor allem ältere Remscheider verbinden schöne Erinnerungen mit ihm und wünschen sich seine Rückkehr. Doch die Hoffnung, dass der aktuell trockengelegte Stadtparkteich in der Nähe der Sternwarte noch einmal zu neuem Leben erwachen könnte, hat jetzt einen weiteren Dämpfer erhalten, möglicherweise den entscheidenden.

Wie Axel Raue, Chef der Technischen Betriebe (TBR), in dieser Woche im Betriebsausschuss der TBR berichtete, hat die Stadt für ihre Bewerbung um Fördergelder aus einem Programm des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung, bei dem es um die „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ geht, keinen Zuschlag erhalten. Fördermittel in Höhe von sechs Millionen Euro hatte die Stadt beantragt.

Aus Sicht von Beatrice Schlieper (Grüne) ist mit dieser Nachricht der Zeitpunkt gekommen, um das Projekt Stadtparkteich „positiv zu beerdigen“. Die Tatsache, dass es seit längerer Zeit keine Nachfragen mehr zum Thema aus der Bürgerschaft gebe, interpretiert sie so, dass die Remscheider sich längst vom Teich verabschiedet hätten. Er sei kein Thema mehr. Sie habe Verständnis, dass es Menschen gebe, die sich einen Teich im Stadtpark wünschen. Für sie aber falle dieser in die Kategorie „nice to have“. Besser sei es, Geld in die Verschönerung des Stadtparks zu investieren.

Axel Raue sagte auf Nachfrage, dass ein neuerlicher Förderantrag aus seiner Sicht wenig Chancen hätte. Der Nachweis der Nachhaltigkeit sei den Ministerien wichtiger geworden. Genau hier aber hakt es beim Teich, dessen Defizit der nicht vorhandene natürliche Wasserzufluss ist. Zwar hatten die TBR vor Jahren für die Politik ein Modell entwickelt, mit dem Regenwasser in einer unterirdischen Zisterne für jene Phasen gespeichert werden kann, wenn der Teich in sommerliche Perioden ohne Niederschläge austrocknet. Dieses technische Konstrukt aber sei anhand der Preissteigerungen in den seitdem vergangenen vier Jahren nicht mehr für die damals kalkulierten rund 1,25 Millionen Euro zu realisieren. Realistisch sei, aktuell vom Doppelten auszugehen, sagte Atessa Sadrai, Geschäftsbereichsleiterin im Bereich Stadtentwässerung bei den TBR.

Während sich die Ampel-Mehrheit im Rat schon länger festgelegt hat, bei der Entwicklung des Stadtparks andere Akzente zu setzen – etwa mit der Umgestaltung des Eingangsbereichs in der Nähe zur Konzertmuschel oder mit einer besseren Einbindung der Stadtgärtnerei –, hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) die Idee einer Wiederkehr des Stadtparkteichs noch nicht aufgegeben wollen. Der Förderantrag sollte hier Auftrieb geben.

 Der Eingang zum Stadtpark in der Nähe des Schützenhaus.  Foto: Henning Röser

Der Eingang zum Stadtpark in der Nähe des Schützenhaus. Foto: Henning Röser

Foto: Röser, Henning/Henning Röser

„Ich fühle mich dem Stinthengst, und dem Ansinnen der Menschen, die für ihn eine Perspektive wollen, weiterhin verpflichtet“, hatte der OB 2022 im Gespräch mit der Redaktion erklärt. Der Stinthengst, das hölzerne Abbild eines Fabelwesens aus Masuren, hatte viele Jahre seine Heimat am Stadtparkteich. Die mit Remscheid verbundene Kreisgemeinschaft Sensburg zelebrierte sein Eintauchen ins Gewässer der neuen Heimat jährlich mit einem kleinen Fest. Möglicherweise sei ja mit geringem Budget noch eine kleine Wasserfläche für den Stinthengst möglich, sagte der OB und stellte klar: „Die Fläche des Teiches so zu belassen, wie sie jetzt ist, ist keine Lösung. Da muss was Vernünftiges hin.“

Der Stinthengst hat mittlerweile im Schwanenteich an der Mebusmühle ein neues Zuhause gefunden. Am verlandeten, dicht mit Pflanzen bewachsenen Teichareal am Stadtpark erinnert aktuell nur noch ein Schild an den König der Fische, der nach einer masurischen Sage den Fischern in Ostpreußen gute Fänge versprach, damit sie ihn am Leben ließen.