Katerstimmung beim Remscheider Hopfenfest

Organisatoren mit der Resonanz unzufrieden : Katerstimmung beim Hopfenfest

Dreitägiges Bierfestival vor dem Rathaus war ein Reinfall. Organisator Oliver Daniel Sopalla erhebt Vorwürfe gegen die Stadt.

Enttäuscht zeigten sich Oliver Daniel Sopalla von der Biewenko (Bochum), Organisator des Hopfenfestes auf dem Theodor-Heuss-Platz und die 22 Brauer, die von Donnerstag- bis Samstagabend nach Remscheid gekommen waren, um ihren Gäste nach der Devise „Hopfen sei Dank“ Bierkultur näher zu bringen. Drei Tage lang hätten die Gäste über 100 unterschiedliche Biersorten testen können. Doch bei der Reise durch die Welt der Craft-Biere entdeckten nur Wenige neue Varianten des flüssigen Goldes.

Stattdessen herrschte bei den Anbietern Katerstimmung. Lag es am langen Wochenende, das viele zu einem Kurzurlaub genutzt hatten, am unbeständigen Wetter oder daran, dass in Remscheid noch mehr geboten wurde, dass die Zahl der Hopfenfest-Besucher überschaubar blieb? Für Initiator Sopalla steht allerdings fest: „Es lag eindeutig daran, dass am Freitag und Samstag das Haddenbacher Feuerwehrfest gefeiert wurde. Der Markt hier verträgt keine zwei Feste. Wenn ich das vorher gewusst hätte, wären wir nicht gekommen.“

Das Hopfenfest sei extrem schlecht gelaufen, der finanzielle Verlust für alle Beteiligten desaströs. Gehe man sonst nie unter 3000 bis 4000 Gästen aus einer Stadt, seien es in Remscheid nur rund 1000 Besucher gewesen. „Die Stadt wollte uns haben. Deshalb bin ich irritiert, dass man mir bei der Absprache nichts vom Feuerwehrfest gesagt hat. Wie kann man uns auf diesen Termin legen?“, fragt sich Sopalla. Und bezeichnet das Verhalten als Fauxpas und schlechte Arbeit der Verantwortlichen.

„Ich bin seit 20 Jahren Marketingberater. Wenn man Remscheid platzieren will, geht das anders. Wir werden jedenfalls auf keinen Fall mehr wiederkommen und können für Remscheid keine Empfehlung geben.“ An mangelnder Werbung kann es seiner Meinung nach nicht gelegen haben, die Plakatierung sei sichtbar gewesen.

Dass in Remscheid an diesem Wochenende noch mehr Feste gefeiert wurden, wusste auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der am Donnerstagabend mit dem Fassanschlag das Hopfenfest eröffnet hatte. Anders als Sopalla war er der festen Überzeugung: „Es ist viel los in unserer Stadt. Aber wir sind ja eine Großstadt. Wir können feiern.“

Das „Hopfenfest“ ist erstmals 2016 mit einer Veranstaltung zum 500. Jubiläum des deutschen Reinheitsgebots in Dortmund an den Start gegangen. Mit dem Ziel, den Bierfans den Facettenreichtum der Bierkultur nahe zu bringen. Denn die Besucher sollen sich durch die unterschiedlichen Sorten und Stile durchprobieren können.

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