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Karl-Ullrich Steinhaus feiert seinen Abschied

Ruhestand : Steinhaus feiert seinen Abschied

Der Remscheider Unternehmer Karl-Ullrich Steinhaus hat sich nach 60 Jahren aus dem Familienunternehmen verabschiedet. Am Freitag ging in der Lenneper Klosterschänke eine Ära zu Ende.

Wer an den Lenneper Fleischwaren- und Feinkosthersteller Steinhaus GmbH denkt, der denkt unweigerlich auch an die Frische-Pasta, für die das mehr als 175 Jahre alte Unternehmen seit den 1980er-Jahren steht. Eng verbunden ist die für den Familienbetrieb so richtungweisende Produkteinführung vor allem mit zwei Namen: Eckhard und Karl-Ullrich Steinhaus.

Kein Zweifel also, dass am Freitag in der Lenneper Klosterschänke eine Ära zu Ende ging. Dorthin hatte Karl-Ullrich Steinhaus Mitarbeiter, Weggefährten, Kunden und Geschäftspartner eingeladen, um seinen endgültigen Abschied in den Ruhestand zu feiern.

Endgültig deshalb, weil der 77-Jährige vor knapp zehn Jahren bereits die Unternehmensführung an seine Tochter Anja Steinhaus-Nafe und seinen Schwiegersohn Götz Nafe übergeben hatte und bis Freitag als Vorstandsvorsitzender der von der Familie geführten Holding fungierte. Hinter dem Ur-Ur-Enkel des Firmengründers liegen 60 Jahre in dem 1841 als Ochsenmetzgerei gestarteten Unternehmen.

Nach abgeschlossener Lehre bei Otto Daum in Wermelskirchen kam Karl-Ullrich Steinhaus Anfang der 1960er-Jahre „nach Hause“, wie er heute sagt. 1977 übernahmen er und sein Bruder Eckhard dann schließlich die familieneigene Firma und bewiesen kurz darauf ihre Innovationskraft: „Wir haben die Frische-Pasta aus der Schweiz nach Deutschland geholt und drei Monate getestet. Dann war klar, dass das funktioniert“, erinnert sich der Unternehmer.

Ein Meilenstein sei zudem der Produktionsbetrieb für bestes Weideochsenfleisch in Irland gewesen. Wie sehr Karl-Ullrich Steinhaus die Steinhaus GmbH prägte – und wie sehr das Unternehmen auch ihn prägte – war bei den Feierlichkeiten am Freitag zu spüren.

Und das nicht nur, weil die Speisekarte deutlich die Handschrift des Gastgebers trug: Die Vorspeise bildete „Ulli’s Krustenbraten“, gefolgt von Kalbstafelspitz gegart auf irischem Ochsenschwanzragout mit Leipziger Allerlei und – wie sollte es für den Pasta-Pionier anders sein – Trüffel-Tortelloni.

Vor allem aber war die Seele eines – auch bei einer Größe von fast 500 Mitarbeitern – Familienunternehmens zu spüren. Etwa als Steinhaus stellvertretend für die vielen langjährigen Mitarbeiter Anneliese Braun begrüßte, die ab 1955 Jahrzehnte im Betrieb arbeitete, „und mich und meinen Bruder immer versorgt hat, als wir Hunger hatten. Und wir waren oft hungrig“, so Karl-Ullrich Steinhaus mit einem Augenzwinkern.

Ab sofort wolle er viel Zeit „im Exil“ auf Sylt und in Andalusien verbringen. „Reisen und Gesundbleiben“ sind seine Ziele für den Ruhestand.