Jugendliche toben sich im Allee-Center aus

Remscheid : Jugendliche toben sich im Allee-Center aus

Nachts randalieren ganze Gruppen im Allee-Center. Managerin fühlt sich von Stadt im Stich gelassen.

Eine wenig erfreuliche Rückkehr aus dem Osterwochenende erlebte Annika Beckmann, Inhaberin der Filiale von Tee Gschwendner im Allee-Center, am Dienstagmorgen. Da musste sie feststellen, dass Unbekannte das Schaufenster ihres Geschäfts zerstört hatten. "Man hat wohl eine Bierflasche davor geworfen, so dass die Scheibe gesprungen ist", sagt Beckmann. Es ist nicht das erste Mal, dass die Geschäftsinhaberin mit den Folgen sinnloser Zerstörungswut leben muss.

"Das passiert Geschäften, die am Durchweg zwischen Teo Otto Theater und Theodor-Heuss-Platz liegen, immer wieder. Nachts, wenn das Allee-Center bis auf diesen Durchweg geschlossen ist, halten sich hier Jugendliche auf. Und am nächsten Tag sind die Schaufenster bespuckt, beschmiert oder kaputt", sagt Beckmann, die Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat.

Das hat auch Andrea Schwenke des Öfteren schon getan. Die Managerin des Allee-Centers findet deutliche Worte: "Hier treffen sich ganze Gruppen von Jugendlichen und saufen, pöbeln und randalieren. Das ist ein Riesenärgernis." Sie befürchte, dass sich der Durchweg zu einem sozialen Brennpunkt entwickeln könnte. Denn auch das Center selbst werde zum Ziel. Die Steinfassade an der Außenwand zum Teo Otto Theater etwa werde von den Jugendlichen so lange bearbeitet, bis sich Steine lösten. "Und die werden dann vor Scheiben oder Schieferwände geworfen, um sie zu zerstören."

Auch die Scherengitter, die nachts den Durchweg vom Rest des Centers abgrenzen, würden verbogen und aufgebrochen. "Zuletzt haben wir die Scherben von acht Bierflaschen gefunden", sagt Schwenke.

Das Center reagiert auf die Vorfälle mit Anzeigen und Hausverboten. Und mit Polizei. "Die Beamten ordnen manchmal die zeitweise Schließung des Durchwegs an", sagt die Managerin. Gerne würde Schwenke das häufiger machen. "Was spricht dagegen, den Weg zwischen 22 und 5 Uhr zu schließen?", fragt Schwenke. Für die Morgenpendler und zu Veranstaltungen könnten Ausnahmeregelungen gefunden werden.

Das Argument, dass so auch Bürgern mit redlichen Absichten der Weg versperrt würde, lässt sie nicht gelten: "Wir haben das mal gezählt: Nachts würde es eine Handvoll Menschen betreffen." Von der Stadt fühle sie sich im Stich gelassen. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) weiß um die Problematik. Allerdings: "Bei dem Durchweg handelt es sich um eine öffentlich gewidmete Straße." Solange es keine neue Regelung gebe, müsse sich das Center per Hausrecht und Sicherheitsdienst schützen.

Im Regen stehenlassen wolle die Stadt das Center nicht: "In der kommenden Woche kehrt Peter Heinze als zuständiger Baudezernent aus dem Urlaub zurück. Ich werde dafür Sorge tragen, dass die Gespräche dann fortgesetzt werden", sagt der OB.

(RP)