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Remscheid: Jugend-Sozialarbeiter sitzt in der Türkei in Haft

Remscheid : Jugend-Sozialarbeiter sitzt in der Türkei in Haft

Der studierte Sozialwissenschaftler Adil Demirci ist der Stadt Remscheid als Mitarbeiter des Jugendmigrationsdienstes des Internationales Bundes bekannt. Der IB ist ein vertrauter Partner der Stadt. Darum hat sich Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz eingeschaltet, als er vom Schicksal von Demirci erfuhr.

Demirci, so berichten es mehrere überregionale Medien übereinstimmend, ist Mitte April bei einem Besuch in der Türkei von der Polizei verhaftet worden. Mast-Weisz hat gestern mit Anrufen beim auswärtigen Amt und beim Konsulat in Istanbul versucht, an Informationen zu kommen. Bislang mit wenig Erfolg. Er werde aber dranbleiben. Auch Jürgen Hardt (CDU), außenpolitischer Sprecher der Bundesregierung, habe zugesagt, sich zu kümmern, sagt der OB. "Er kennt den Fall." Die Türkei, so heißt es, wirft dem in Duisburg geborenen Demirci, der einen deutschen und einen türkischen Pass besitzen soll, die Teilnahme an Beerdigungen von drei Mitgliedern der Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei vor. Ein Grund für die Verhaftung könnten aber auch journalistische Beiträge von Adil Demirci sein. In einem Interview mit der Online-Redaktion unserer Zeitung hatte sein Freund Dirk Hansen gesagt, dass Demirci ehrenamtlich für die linke Nachrichtenagentur Etha gearbeitet hat.

Öffentlich gemacht hatte die Verhaftung die Journalistin Mesale Tolu. Sie sagt, dass Demirci zum Zeitpunkt seiner Verhaftung aus privaten Gründen in der Türkei gewesen sei. Er soll seine kranke Mutter auf einer Reise zu Verwandten begleitet haben. Hansen beschrieb RP-Online die Verhaftung so: "Die Polizei hat um vier Uhr nachts die Wohnung der Familie gestürmt und Demirci aus dem Bett gezerrt." Er sieht in diesem Akt einen weiteren Angriff auf die Pressefreiheit.

(hr)