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Remscheid: Jugend soll sich kreativ mit dem Thema Demenz beschäftigen

Remscheid : Jugend soll sich kreativ mit dem Thema Demenz beschäftigen

Projekt der Bürgerstiftung möchte mit der "Remscheider Demenz Poetry" die junge Generation für die Erkrankung sensibilisieren.

Durch jugendliche Kreativität das Thema Demenz in die Mitte der Gesellschaft rücken. Das möchte die Bürgerstiftung gemeinsam mit dem Altenpflegezentrum Wiedenhof und dem Demenz Servicezentrum Bergisch Land in der Stiftung Tannenhof erreichen. Das Projekt "Remscheider Demenz Poetry " soll Jugendliche animieren, sich kreativ mit der Erkrankung auseinanderzusetzen und sie dafür sensibilisieren. Denn der Verlust kognitiver Fähigkeiten trifft immer mehr Menschen in unserer alternden Gesellschaft.

"Weltweit erkrankt alle drei Sekunden jemand an Demenz", gibt Arnd Bader die aktuellen Ergebnisse einer Studie des King's College wieder. Der Sozialwissenschaftler ist Mitarbeiter des Demenzservice Zentrum in der Stiftung Tannenhof und zusammen mit Christine Ullerich zuständig für die Betreuung im Altenpflegezentrum Wiedenhof. Sie sind die Fachleute für Demenz, die sich die Bürgerstiftung für das Projekt ins Boot geholt hat. Die Poetry-Aktion wird, neben dem Singnachmittag im Wiedenhof, das zweite Demenzprojekt der Bürgerstiftung sein. "Wir haben uns in diesem Jahr der Demenzerkrankung verschrieben, weil es etwas ist, was immer mehr Menschen trifft und mit dem wir uns alle, früher oder später, auseinander setzten werden müssen", begründete Kathrin Gilberg, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung, die Themenauswahl.

Demenz als Tabuthema streichen und stattdessen eine öffentliche Auseinandersetzung starten, das wünschen sich die Initiatoren. "Von Til Schweiger mag man denken, was man will, aber er hat es geschafft, dieses Thema mit seinem Film 'Honig im Kopf' nach vorne zu bringen", lobt Bader. Diesen Weg wollen die drei Einrichtungen nun in Remscheid, mit dem ersten Remscheider Demenz-Poetry als Pilotprojekt weiter gehen und eine neue Zielgruppe gewinnen. Statt wie bislang Betroffene und ihre Angehörige anzusprechen, sollen sich nun Jugendliche in Schulen und anderen Einrichtungen, auf künstlerische Art und Weise, mit Demenz auseinandersetzen. Gewünscht sind Theaterstücke, Filmsequenzen, Fotografie und Malerei. Aber auch musikalisch und tänzerisch können sich die Teilnehmer dem Thema nähern. Der Kreativität wird keine Grenze gesetzt. Bader und Ullerich werden das Projekt fachlich begleiten und könnten sich vorstellen, ihr Fachwissen auch durch Vorträge in die interessierten Schulen oder Einrichtungen einzubringen. Im Frühjahr sollen alle Ergebnisse bei einer möglichst großen Veranstaltung vorgestellt werden. "Es wäre auch möglich, die besten drei Projekte mit einem Preis zu belohnen", sagte Gilberg.

Mehr Details zum Projekt werden am Mittwoch, 4. November, bei einer Infoveranstaltung, um 15 Uhr im Altenpflegezentrum Wiedenhof, Wiedenhofstraße 7, vorgestellt.

(sebu)