Remscheid: Jahnplatz: Anwohner drohen mit Klage

Remscheid : Jahnplatz: Anwohner drohen mit Klage

Das "Gekicke ohne Ende" will Bettina Hülsenbeck nicht länger ertragen. Die Bemühungen der Stadt, Ruhe in die Situation um den Jahnplatz zu bringen, seien nicht ausreichend. "Wenn sich bis nächste Woche nichts ändert, werde ich mit dem Anwalt ein Eilverfahren zur Schließung beantragen", machte sie bei der Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung Lüttringhausen deutlich.

Denn mit dem guten Wetter fliegen auch wieder Bälle auf das Grundstück der Anliegerfamilie, sagte sie. Allein 14 Bälle seien es durch den Spielbetrieb von Freizeitkickern in den vergangenen Wochen gewesen. Sammeln würde sie die Fundstücke, die unter anderem auch Schäden am Carport und am Auto verursacht haben sollen, nicht mehr, sondern nur noch mit Fotos festhalten. "Das ist einfach unhaltbar", machte sie ihrem Ärger Luft.

Seit Sommer 2017 moniert die Familie immer wieder die Situation. Die Spieler würden unbefugt auf das Anwesen klettern und Schäden hinterlassen. Bereits im vergangenen Jahr drohten die Anwohner mit einer Klage zur Schließung der Sportstätte, die die Stadt auf jeden Fall verhindern will. Aus diesem Grund wurden zwei Varianten zur Erweiterungen des Ballfangzaunes von den Technischen Betrieben erarbeitet.

Sowohl der Sportausschuss als auch der Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschuss sprachen sich in ihren jüngsten Sitzungen dafür aus, die erste Variante umzusetzen. Diese sieht einen zwölf Meter hohen Fangzaun vor. Die benötigte Summe von gut 81.000 Euro soll bei der Erneuerung der Dreiangelstraße eingespart werden. Auch die Lütterkuser Politiker sprachen sich für diese Empfehlung an den Rat aus, der am 3. Mai die endgültige Entscheidung dafür fällen wird.

Das scheint für Bettina Hülsenbeck nicht genug zu sein. Sie zeigte sich auch enttäuscht darüber, dass Zusagen der Stadt nicht eingehalten worden seien und es mittlerweile den dritten Ansprechpartner in der Rechtsabteilung gebe. Der eingesetzte Platzwart sowie die Security würden nur mäßigen Nutzen bringen. "Wer über den Zaun klettert, begeht Hausfriedensbruch", sagte Sportamtsleiter Martin Sternkopf. Der FC Remscheid habe eine klare Anweisung, kein "exzessives Torschusstraining" in Richtung Nachbarschaft abzuhalten. Außerdem, sicherte Sternkopf zu, wolle die Rechtsabteilung die Familie Anfang Mai zu einem Gespräch einladen.

(lupi)
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