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Remscheid: Investor will gegen Blume-Pläne klagen

Remscheid : Investor will gegen Blume-Pläne klagen

Projektentwickler Rainer Dorn aus Chemnitz lässt seine Anwälte eine Klage gegen das von der Stadt geplante Mischgebiet vorbereiten, das neben dem geplanten Designer Outlet-Center (DOC) an der Blume entstehen soll. Das als neues Versorgungsgebiet für Lüttringhausen und Lennep geplante Gebiet schade dem Einzelhandel in diesen beiden Stadtteilen, aber auch dem Handel in der Innenstadt, ist Dorn überzeugt. "Die Stadt handelt gegen ihr eigenes Konzept", sagt Dorn. Die Zentren würden geschwächt.

Vor dem Hintergrund der kurz vor der Sommerpause von Stadtplaner Hans-Gerd Sonnenschein überraschend präsentierten Pläne für ein neues Zentrum an der Blume interpretiert Dorn auch den aus seiner Sicht "rechtswidrigen" Umgang mit zwei Bauvoranfragen, die seine "Bergische Einzelhandelsprojektentwicklungsgesellschaft" (BEE) Ende Juli bei der Stadt eingereicht hat. Es geht dabei um die Verlagerung von zwei Aldi-Märkten in Remscheid. Einmal soll der Lüttringhauser Markt von der Lindenallee ins Zentrum an die Kreuzbergstraße umziehen, das andere Mal soll der Markt auf dem Gelände an der Burger Straße auf die andere Seite des Parkplatzes wechseln.

Beide Projekte würden von der Stadt mit "fadenscheinigen Gründen verzögert", sagt Dorn. Er vermutet, dass die Stadt erst die Pläne zum neuen Zentrum an der Blume durch die Politik bringen will, bevor sie sich mit den Aldi-Plänen beschäftigt. Besonders die Verlagerung des Discounters innerhalb von Lüttringhausen passe der Stadt offenbar nicht ins Konzept, würde doch so das Zentrum "im Dorf" so gestärkt.

Die Stadt aber argumentiert bei ihren Blume-Plänen, dass die Nahversorgung hier langfristig nicht funktioniere und Ersatz an zentraler Stelle zwischen den Stadtteilen geschaffen werden muss,

Ablehnen kann die Stadt die Discounter-Pläne aus Dorns Sicht nicht. Mit je 800 Quadratmetern Fläche passen sie ins Einzelhandelskonzept. Sie seien kein großflächiger Einzelhandel. Es gehe nicht um die Schaffung neuer Flächen, sondern um eine Verlagerung. Schon einmal habe die Stadt vor Gericht verloren, als sie die Ansiedlung eines Lidls an der Ringstraße verschleppt habe, sagt Dorn.

Stadtplaner Hans-Gerd Sonnenschein wehrt sich gegen diese Vorwürfe: "Wir wollen keine Projekte verzögern." Die Prüfverfahren seien ganz normal. Außerdem gebe es für das Gebiet in Lüttringhausen einen Beschluss der Politik, dass dort kein Einzelhandel gewünscht sei. Die Klageandrohung gegen das DOC, das noch nicht einmal genehmigt sei, nennt Sonnenschein eine "Lachnummer".

(RP)