Remscheid: Interessierte legen selbst Hand an

Remscheid: Interessierte legen selbst Hand an

Beim Aktionstag der Freiwilligen Feuerwehr Lennep durften sich Interessierte ausprobieren. Viele Übungen standen auf dem Programm. Ein hydraulischer Rettungsspreizer kam zum Einsatz.

Für Ina war es leichter als gedacht, ein Unfallauto auseinanderzunehmen. Die zierliche 22-Jährige zeigte sich brennend interessiert, selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr Lennep (FFW) mit Hand anzulegen. Da konnten dann auch die anwesenden Feuerwehrleute mit wohlwollendem Erstaunen beobachten, wie der knapp 20 Kilogramm schwere Rettungsspreizer der jungen Frau nicht nur gut zu Gesicht stand. Sie konnte auch unter Anleitung trefflich damit umgehen.

Den Anlass bot die FFW. Sie zieht um: Offiziell hat sie ihren Sitz ab nächsten Monat im Neubau an der Karlstraße 22 in Lennep. Bereits jetzt lud sie Interessierte ein, die Lust haben, bei der FFW mitzumachen. "Mit diesem modernen Feuerwehr-Gerätehaus erhalten wir auch mehr Platz für neues Personal", sagte Einheitsleiter Christian Wette. Angemeldet hatten sich zwei Frauen und zwei Männer. Darunter Ina.

Die Aspiranten waren durch ihnen bekannte Feuerwehrleute und aus schierem Interesse an der Sache auf diese Gelegenheit aufmerksam geworden, die Arbeit der FFW demonstriert zu bekommen. Dabei sollten sie auch mit Hand anlegen. Das Programm war umfangreich: Von 10 Uhr bis 16 Uhr bot die Feuerwehr den Interessenten einen Überblick über ihre zukünftigen Aufgaben, inklusive praktischer Demonstrationen. Neben Begrüßung und Vorstellung der Löscheinheit Lennep legte die FFW besonders Wert auf einen praktischen Teil. Dazu sollten die Interessierten zunächst die persönliche Schutzkleidung der Feuerwehrleute nebst Pressluftatemgerät anlegen. Damit waren sie rund 30 Kilogramm schwerer. Nach Herunterklappen des Helmvisiers war von Ina nicht mehr viel zu sehen. So war dann die Mittagspause mit Gegrilltem schon verdient.

Danach standen praktische Übungen auf dem Programm. Wie zerlegt die FFW zum Beispiel einen Unfallwagen, um einen eingeklemmten Verletzten zu befreien? Für die Demonstration stand ein Schrottauto zur Verfügung. Vorher erklärte Rene Goecke von der Berufsfeuerwehr noch die technische Ausstattung eines Feuerwehrautos, das mit allem Drum und Dran rund 400.000 Euro kostet.

Es liefert etwa auch die (Hochdruck-)Energie, um mit Öl den hydraulischen Spreizer zur Anwendung zu bringen. Damit lassen sich die Karosserie und andere Teile eines Autos so auseinanderziehen, dass der Weg zu Verletzten frei wird für den Notarzt und anderes Rettungspersonal. Dazu müsse mit äußerster Sensibilität bei gleichzeitigem schnellen Handeln unter medizinischen Gesichtspunkten vorgegangen werden, sagte Goecke.

Ina bekommt zusammen mit einem Feuerwehrmann die Aufgabe, die geöffnete Fahrertür mit dem Spreizer aus den Angeln zu heben. Sie setzt das Gerät an und nach wenigen Augenblicken fällt die Tür zu Boden.

Auch die anderen drei "Bewerber" erhalten an dem Aktionstag die Gelegenheit, sich als zukünftige Feuerwehrmänner zu zeigen. Auf dem Programm stehen noch der Umgang mit dem Strahlrohr und die Bekämpfung eines Zimmerbrandes. Ina kann sich nach den Übungen gut vorstellen, die FFW zu verstärken. Dann wäre sie die zweite Feuerwehrfrau neben 29 Männern in Lennep.

(begei)