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Remscheid: Innovationstheater zeigt das Potenzial

Remscheid : Innovationstheater zeigt das Potenzial

Mike König und Carsten Heiermann stellten im Teo Otto Theater am Mittwochabend ihre Unternehmen vor. Beim ersten Gründerpitch setzte sich das Start-up "Smusy" durch, eine Karriere-Coaching-Plattform.

Ungewohntes Treiben am Mittwochabend im Teo Otto Theater: Wo sonst getanzt, gesungen, musiziert und geschauspielert wird, tummelten sich viele vornehmlich junge Menschen im Anzug und mit jenem Elan, der vor allem Existenzgründern zu eigen ist. Zum dritten Mal veranstaltete die Gründerschmiede das Innovationstheater.

Doch in diesem Jahr gab es eine Neuerung im Programm: Nicht nur präsentierten sich wieder zwei sehr interessante und innovative Unternehmen aus Remscheid in kurzen Impulsvorträgen. Zudem wurde nämlich der erste sogenannte Gründerpitch veranstaltet, bei dem zwei Start-ups sich in jeweils fünf Minuten bestmöglich darstellen und präsentieren konnten. Das Besondere: Das Publikum konnte im Nachgang per Karte darüber abstimmen, wem das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro und das einjährige Gründer-Mentoring durch die Gründerschmiede zugeteilt werden sollte.

Ein interessantes Konzept, das auch vom Schirmherr, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, gelobt wurde - genau wie er eine Lanze für Remscheid und das Bergische brach: "Wir sind hier Innovationsregion in Sachen Digitalisierung", sagte er. Weiter spielte er darauf an, dass die größeren Städte oftmals etwas geringschätzig auf Remscheid hinabsehen würden: "Wir dürfen unser Selbstbewusstsein nicht davon abhängig machen, was andere sagen." Moderiert wurde der Abend von Inga Bauer und Dr. Peter Schniering, die die Bühne zu den Klängen des "Imperial March" aus den Star-Wars-Filmen betraten, während hinter ihnen die "Artistic Jumpers" beeindruckende Sprünge, Salti und Überschläge zeigten.

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Die zwei Vortragenden waren Fotograf Mike König und Carsten Heiermann, Europa-CEO von "Foxit Software", einst von ihm gegründet und im Vorjahr verkauft. König schilderte seinen Werdegang vom Industriekaufmann zum Business-Fotografen, der gerade die aktuelle Plakatkampagne der EWR gemacht hat. "Ich bin kein Künstler. Ich bin Handwerker und Problemlöser", sagte er und schilderte die Arbeit, die hinter einer auf den ersten Blick ganz simplen Fotografie steckt. Heiermann hingegen sprach über das Thema Innovation. Angeblich sei Software per se innovativ: "Das stimmt aber nicht. Es gibt da sehr kurze Innovationszyklen - wer nicht alle drei Wochen ein Update liefert, ist weg vom Fenster." Man müsse dabei bleiben und innovativ sein, das habe er in 20 Jahren vom Start-up bis zum Verkauf jeden Tag bedenken müssen.

Im Gründerpitch maßen sich anschließend die Finalisten - am 16. Januar waren die beiden Start-ups im Remscheider Bräu ermittelt worden - "Mealmatch" aus Köln und "Smusy" aus Remscheid miteinander. Thomas Fiedler hatte die Idee, eigentlich fremde Menschen bei einem gemeinsamen Essen zusammenzubringen. "Wir haben gemerkt, dass es am Anfang noch im Bekanntenkreis und dann zu Hause genutzt wurde, aber das war ja nicht der Sinn", sagte Fiedler. Daher habe man mit Kölner Gastronomen gesprochen, an auslastungsschwachen Tagen Tische für Meal-Matcher zu reservieren. "Der junge Erfolg gibt uns recht, es funktioniert recht gut", sagte Fiedler, der ankündigte, das Konzept auch nach Remscheid bringen zu wollen.

Das Projekt "Smusy", das sich in der Planungsphase befindet, entpuppte sich als Karriere-Coaching-Plattform. Die Jungunternehmer Marc Schulze, Sinan Arzu und David Mathauschek hatten es sich zur Aufgabe gemacht, Schülern bei der Ausbildungssuche zu helfen: "Das funktioniert alles online", sagte Schulze. Mit seiner Präsentation hatte das Trio das Publikum auf seine Seite gezogen - und durfte sich über das Preisgeld freuen.

(RP)