Remscheid: In den Traumwelten des Nussknackers

Remscheid: In den Traumwelten des Nussknackers

Das Ballett der Tatarischen Staatsoper Kasan überzeugte mit einer qualitätsvollen Aufführung im Teo Otto Theater.

Wunderbarer als mit dem "Nussknacker" kann man eigentlich nicht auf die Weihnachtszeit einstimmen. Und wenn dann noch eine qualitätsvolle Darbietung wie durch das Ballett der Tatarischen Staatsoper Kasan gezeigt wird, ist der Genuss perfekt.

In einem restlos ausverkauften Teo Otto Theater mit erfreulicherweise vielen jungen Gästen gab es für eine bezaubernde Aufführung am Ende minutenlange Ovations, die sich das große Ensemble und auch die exakt und routiniert aufspielenden Bergischen Symphoniker unter Leitung von Nurzhan Baybussinov redlich verdient hatten. Midori Terrada war in der Rolle der kleinen Clara, die mit dem Nussknacker im Arm einschläft und mit ihm in eine Traumwelt reist, eine hinreißende Prima Ballerina, die mit Anmut, Grazie und einem hohen Maß an tänzerischem Können begeisterte.

Oleg Ivenko als Prinz beeindruckte mit einer gewaltigen Sprungkraft und gab mit der filigranen Terrada ein stimmiges, anmutiges Paar ab. Der Pas de Deux der beiden im dritten Akt war atemberaubend und wurde mit langem Szenenapplaus bedacht.

  • Remscheid : "Nussknacker" - federleicht und ungemein präzise

Die Geschichte von Clara, die am Weihnachtsabend von ihrem Onkel Drosselmeyer - kraftvoll verkörpert von Nurlan Kanetov - einen Nussknacker geschenkt bekommt, der traumwandlerisch das Heer der Spielzeugsoldaten anführt gegen das Heer des Mäusekönigs und sich später in einen Prinzen verwandelt, wurde vor dem Hintergrund märchenhaft schöner Kulissen aufgeführt. Die opulenten Kostüme taten ein Übriges, um das vielleicht schönste der klassischen Ballette in Szene zu setzen. Mitreißend wirkte das Fest der Zuckerfee, wo sich in der Musik von Peter Iljitsch Tschaikowski die musikalischen Traditionen aus Orient und Fernost sowie europäische und russische Folklore ein Stelldichein geben. Hier legte das Ensemble ein fulminantes Tempo an den Tag und stellte seine gute Ausbildung durch die hohen Anforderungen der russischen Ballettschule unter Beweis.

Genau hier lag eine der Stärken der Produktion: Sowohl herausragende solistische Leistungen als auch die mit Perfektion ausgeführten Ensemblebeiträge wiesen insgesamt eine große Homogenität aus. Die Bergischen Symphoniker waren dabei ein verlässlicher Partner, der die Feinheiten der Musik Tschaikowskis elegant herausarbeitete. Insgesamt also ein klassischer Ballettabend, wie man ihn sich wünscht.

Nicht kitschig, nicht übertrieben, künstlerisch anspruchsvoll, einfach wunderschön.

(bona)