Immer mehr Wildschweine auch in Remscheid

Zahl der Tiere nimmt auch in Remscheid zu : So geht man richtig mit Wildschweinen um

Umgepflügte Gartenwiesen, niedergetrampelte Anpflanzungen: Berichte über Wildschwein-Schäden nehmen in den letzten Jahren zu.

Wildtiere sind in einer „grünen“ Großstadt wie Remscheid keine Seltenheit. Füchsen, Mardern und auch den eigentlich aus Nordamerika stammenden Waschbären kann man hier genauso häufig begegnen, meist ohne negative Folgen. Anders sieht das allerdings bei Wildschweinen aus, die bei ihrer Suche nach Nahrung auch schon mal den einen oder anderen Garten verwüsten. „Durch eine starke Ausbreitung sind nun auch Wildschweine, das sogenannte Schwarzwild, ins Blickfeld vieler Städte gerückt“, schreibt das Stadtforstamt auf der Internetseite der Stadt Remscheid und bietet dort zugleich Informationen und Hilfe in Form von Antworten auf häufig gestellter Fragen, an.

Wie und wo leben die Wildschweine in Remscheid? Während männliche Wildschweine teils als Einzelgänger leben, bewegen sich weibliche Tiere und ihr Nachwuchs in der Regel in Familienverbänden, sogenannten Rotten, von bis zu 20 Tieren. Diese Gruppen haben einen verhältnismäßig hohen Nahrungsbedarf und können entsprechend auch mehr Schaden anrichten. Tagsüber halten sich die Wildschweine meist im Wald auf. „Wenn es dunkel wird, ziehen die Tiere durch Wälder, landwirtschaftliche Flächen und auch Gärten, um nach Nahrung zu suchen“, sagt das Forstamt. Und: „Besonders im Süden von Remscheid kommen Wildschweine vermehrt vor.“

Warum haben sich Wildschweine in den letzten Jahren so stark vermehrt? Warum gibt es in den letzten Jahren häufiger Meldungen über Wildschwein-Schäden? „Wildschweine finden auch in Remscheid optimale Lebensbedingungen“, sagt das Stadtforstamt. Im Wald und auch auf landwirtschaftlichen Flächen fänden die Tiere genug Rückzugsräume und Nahrung – entsprechend habe ihre Population in den letzten Jahren stark zugenommen. „Des Weiteren steigen durch die milden Winter die Zuwachsraten, während die Sterblichkeit sinkt.“ Die Population in Deutschland nimmt seit Jahren zu, wie auch die Zahlen der Jäger zeigen: In den 1960er Jahren wurden jährlich rund 30.000 Tiere geschossen, inzwischen sind es rund 500.000. Mehr Tiere bedeutet naturgemäß einen höheren Nahrungsbedarf.

Welche Schäden können Wildschweine anrichten? „Um im Boden nach Nahrung zu suchen, pflügen Wildschweine forst- und landwirtschaftliche Flächen und auch Privatgrundstücke um“, heißt es beim Stadtforstamt. Das betrifft im Garten sowohl Grünflächen als auch Beete.

Kann ich als Gartenbesitzer mit einer Entschädigung rechnen? Leider nicht. „Ein Schaden, den Wildschweine anrichten, kann nur auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen ersetzt werden“, sagt das Forstamt. „Als Garteneigentümer hat man keinen Anspruch auf Zahlung eines Schadenersatzes.“

Gibt es einen wirksamen Schutz für den eigenen Garten? „Der sicherste Schutz ist die Einzäunung des Grundstückes“, sagt das Stadtforstamt. Kurzfristig könnten eventuell bestimmte Gerüche helfen: „So werden im Einzelhandel und im Online-Handel Granulate und Sprays als Vergrämungsmittel verkauft.“ Daneben sollen Haare, zum Beispiel von Menschen und Hunden, für eine kurze Abschreckwirkung sorgen. Geschossen werden dürfen die Tiere im eigenen Garten aber nicht: „Wildschweine unterliegen zwar dem Jagdrecht, dürfen aber in Wohnsiedlungen, Parks und Gärten aus Sicherheitsgründen nicht gejagt werden.“

So sieht es aus, wenn Wildschweine den Rasen umgegraben haben. Foto: Michael Schütz/Michael Schütz (mis)

Besteht bei einer Begegnung mit einem Wildschwein Gefahr? „Grundsätzlich sind Wildschweine nicht gefährlich“, heißt es beim Forstamt. Bei einer Begegnung sollte man Ruhe bewahren und hektische Bewegungen vermeiden: „Die Tiere sollten nicht bedrängt oder eingeengt werden.“