Illegales Autorennen in Remscheid

Illegales Autorennen in Remscheid : Führerschein weg und 1200 Euro Geldstrafe

Gericht sah unverantwortliches Rasen eines 22-Jährigen als erwiesen an.

Bereits Anfang Oktober hatten zwei Männer aus Remscheid auf der Anklagebank des Amtsgerichts gesessen. Vorwurf: Teilnahme an einem nicht erlaubten Straßenrennen. Zu einem Urteil kam es seinerzeit nicht. Beim gestrigen Fortsetzungstermin wurde ein Angeklagter schuldig und einer freigesprochen. 1200 Euro Geldstrafe plus Entziehung der Fahrerlaubnis für neun Monate lautete das Urteil für den 22-Jährigen.

Grund für den zweiten Termin war die Vernehmung eines weiteren Zeugen. Auf den Vorfall, der sich Ende Januar dieses Jahres auf der Neuenkamper Straße zugetragen hat, wurden drei Polizeibeamte einer Zivilstreife auf drei Fahrzeuge aufmerksam, die zunächst mit einer Geschwindigkeit unterhalb der erlaubten 50 km/h gefahren wurden.

Die Fahrer sollen dann die Haltelinie der Ampel an der Metzer Straße als gedachte Linie für einen „fliegenden Start“ für ein Rennen genommen haben. Das Fahrzeug des 22-jährigen Angeklagten konnte die Besatzung des zivilen Einsatzfahrzeuges nach einer kurzen Verfolgung auf Höhe des Ebert-Platzes anhalten und kontrollieren. Bis zu 90 Sachen soll der Fahrer drauf gehabt haben. Die Beamten zogen den Führerschein ein.

Zwei der drei Polizisten hatten schon beim ersten Termin ausgesagt. Der dritte Mann, der am Tatabend auf dem Rücksitz des Wagens saß, kam gestern in den Zeugenstand und bestätigte die in der Anzeige geschilderten Vorgänge. Die Staatsanwaltschaft sah den Vorwurf aufgrund der übereinstimmenden Zeugenaussagen voll bestätigt und beantragte Geldstrafe und Führerscheinentzug für beide Angeklagte. Der Verteidiger des angehaltenen Fahrers sah allerdings keine Verabredung zu einem Rennen und betonte, dass sein Mandant bereits seit Januar ohne Führerschein sei und beantragte Freispruch.

Der Anwalt des zweiten Angeklagten, der zwar der Halter eines der beteiligten Fahrzeuge ist, jedoch nicht am Tatabend eindeutig am Steuer identifiziert werden konnte, plädierte ebenfalls auf Freispruch. Den bekam er aus den genannten Gründen auch.

Den 22-jährigen Mann verurteilte die Richterin zu 60 Tagessätzen sowie dem Führerscheinentzug von weiteren neun Monaten. „Wer so ein Rennen fährt, der ist nicht geeignet, ein Kraftfahrzeug zu führen“, betonte die sie und wies gleichzeitig auf die extreme Gefahr hin, die von derlei Rennen auch für Unbeteiligte ausgehe.

Die „saftige Strafe“ halte sie deswegen für angemessen. Beide Männer waren zuvor noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hat noch die Möglichkeit binnen einer Woche gegen das gestrige Urteil vorzugehen.

(Boll)