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Remscheid: Ikea ja, DOC nein - Parlamentarier skeptisch

Remscheid : Ikea ja, DOC nein - Parlamentarier skeptisch

Die bergischen Abgeordneten haben den Glauben daran verloren, dass das Designer Outlet-Center an der Blume gebaut wird. Allein Sven Wolf (SPD) würde tapfer seine Abgeordnetenbezüge für einen Monat darauf verwetten, dass das DOC kommt. Seine Remscheider Kollegin Jutta Velte (Grüne) behielt bei der von Moderator Thorsten Kabitz angeregten Abstimmung ebenso die Hand unten wie die Landespolitiker aus Solingen und Wuppertal.

Die Industrie- und Handelskammer hatte zum "Parlamentarischen Abend" geladen — und die Themen DOC in Remscheid und Ikea in Wuppertal nahmen den größten Raum ein. Acht von zehn Abgeordneten aus dem Städtedreieck waren in die IHK-Hauptstelle gekommen, ebenso eine große Zahl an Zuhörern.

Der Ansiedlung von Ikea räumen die Parlamentarier größerer Chancen ein (nur ein Arm blieb unten), betonten aber zugleich ihre Zustimmung zum DOC. Während die Stadt Solingen diese Woche ihre Ablehnung bekräftigte, signalisierten die Solinger Landtagsabgeordneten Zustimmung: "Die Bürger haben eindeutig entschieden", sagte Arne Moritz (CDU). "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein DOC Auswirkungen auf die Remscheider Innenstadt hat." Josef Neumann (SPD) sagte: "Eine Region im Strukturwandel braucht Leuchttürme."

Jutta Velte verriet, dass sie eine Meinungsverschiedenheit mit ihrer Parteifreundin, Regierungspräsidentin Anne Lütkes, hatte, nachdem diese die ablehnende Haltung der Bezirksregierung mitgeteilt hatte: "Wir sind an diesem Punkt im Streit geschieden."

In der Argumentation der Wuppertaler Rainer Spiecker (CDU), Dietmar Bell und Andreas Bialas (SPD) spielten die Remscheider Pläne kaum eine Rolle, ihr Blick geht auf die Ikea-Ansiedlung. Dazu passte die Kritik von Marcel Hafke (FDP): Ihn stört, dass im Gesamtverfahren kein Dialog zwischen den Städten stattgefunden habe.

Auch wenn sich die acht zur Region bekannten: Auf eine einheitliche Aussage im Sinne von "Ja, wir werden uns gemeinsam für DOC und Ikea in Düsseldorf stark machen", warteten die Zuhörer trotz Nachfragen vergeblich.

Weitgehend einig aber waren sich die Parlamentarier — im Gegensatz zu einigen Einzelhandels-Vertretern im Publikum —, dass die beiden Großprojekte den darbenden Innenstädten nicht weiteren Schaden zufügen. Für die Zentren müssten andere Lösungen her. Sven Wolf lobte in diesem Zusammenhang die Bemühungen für eine Immobilien- und Standortgemeinschaft für die Alleestraße.

(RP/ac)