Remscheid: "Ich bin gerne eine Verwaltungsemanze"

Remscheid : "Ich bin gerne eine Verwaltungsemanze"

Seit 25 Jahren arbeitet Christel Steylaers als kommunale Gleichstellungsbeauftragte in der Stadtverwaltung. In dieser Funktion hat sie ein besonderes Mitspracherecht, aber keine Entscheidungsbefugnis.

Sie versteht sich als eine Beraterin der Politik, die darauf hinwirken will, dass bei allem Planen und Handeln das Geschlecht immer mit gedacht wird. "Ich bin auch heute noch gerne Verwaltungsemanze", sagte Christel Steylaers am Donnerstag bei einem Pressegespräch anlässlich des Dienstjubiläums.

Blick auf die Geschlechter

Steylaers sitzt in vielen Gremien und Arbeitsgruppen. Sie überprüft Verwaltungsvorlagen, ob die Sprache nicht allein vom männlichen Duktus bestimmt ist. Sie achtet darauf, dass bei Statistiken auch der weibliche Anteil klar dokumentiert werde, sie begleitet Stellenausschreibungen und Vorstellungsgesprächen, und sie mischt sich bei Planungen zur Stadtentwicklung ein, ob auch der Blick auf die Geschlechter berücksichtigt sei.

Das sei wichtig, denn die Perspektive von Frauen und Männern sind verschieden, weil ihre Lebenslagen sich voneinander unterscheiden, sagt Steylaers. Nach ihrer Einschätzung habe sich in den 25 Jahren klimatisch vieles verbessert. Aber der Blick auf die Gleichstellung sei noch nicht selbstverständlich geworden. "Es gibt eine weitgehende Aufgeschlossenheit bei weiter bestehender Verhaltensstarre", sagte Steylaers.

Um emanzipatorische Wirkung bemühte sich die studierte Politologin auch außerhalb der Verwaltung. Mit Vorträgen und Veranstaltungen zu Themen, die die Lebenswelt von Frauen betreffen. Zu ihren Spezialgebieten zählt die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Das Aufklärungsbuch über "Minijobberinnen" zeigt, dass Aushilfen nicht ohne Hilfe sind. Ein Handbuch für Opfer häuslicher Gewalt sammelt Kontaktadressen.

Ihr Ziel für die nächsten 15 Jahre ist es, dass der Gedanke der Gleichberechtigung weiter integriert werde. Außerdem wünsche sie sich, dass Frauen lernen, anderen Frauen mehr zu gönnen. "Frauen neigen dazu, sich gegenseitig schlecht zu machen. Das ist nicht gut", sagte Steylaers.

(RP)