HSG Bergische Panther putzen die Nordlichter

Handball: Panther putzen die Nordlichter

Handball: Klarer Auswärtssieg für Oberligist HG Remscheid. Verbandsligist TuS Wermelskirchen trumpft groß auf.

Dritte Liga: Bergische Panther - Bergische Panther - OHV Aurich 27:20 (10:8) - Als Youngster Martin Tobolski, der in Abwesenheit des am Knöchel verletzten Torhüters Robin Eigenbrod für den Siebenmeter den starken Max Conzen (zehn Paraden) im Panther-Tor ablöste und den Auricher Strafwurf parierte, wurde es gut zehn Minuten vor Schluss in der ohnehin stimmungsvollen Max-Siebold-Halle noch einmal spürbar lauter. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden, lag die Mannschaft von Panther-Trainer Marcel Mutz nach einer offensiven Steigerung nach der Pause doch bereits mit 23:14 in Front. Am Ende konnten sich die Gastgeber dann nicht nur über den fünften Heimsieg der laufenden Spielzeit freuen, sondern auch über Tobolskis weitere Drittliga-Szenen: Der erhielt in den letzten acht Spielminuten bei einer weiteren Parade noch einmal Zeit, Drittliga-Luft zu schnuppern. "Ich bin richtig stolz auf die Jungs. Das war eine souveräne Vorstellung", sagte Mutz nach dem Abpfiff. Dessen Schützlinge hätten den (verflixten) 13. Sieg der laufenden Spielzeit aber bereits im ersten Abschnitt unkomplizierter einfahren können. "Wir haben uns das Leben durch zu viele vergebene Chancen zu Beginn selbst schwergemacht. In der zweiten Hälfte haben wir besser auf den Punkt gespielt", fand Mutz. Das höhere Maß an Konsequenz, aber auch etwas mehr Wurfglück im Angriffsspiel sorgten auch dafür, dass die Panther über einen 6:2-Lauf in den ersten acht Minuten der zweiten Hälfte bis auf 16:10 davonziehen konnten. Zufrieden war auch der verletzte Eigenbrod, der hofft, in drei Wochen wieder einsteigen zu können: "Die Jungs haben das gut gemacht."

Panther-Tore: Blum (5), Zapf. Hinkelmann (je 4), Schmitz (4/3), Jesussek, Wolter (je 3), Hindrichs, Arnaud (je 1), van Walsem (1/1).

Oberliga: SV Neukirchen - HG Remscheid 21:29 (8:17) - Die Wochen der Wahrheit können kommen. Nimmt man den problemlos herausgespielten Sieg beim Kellerkind als Maßstab, muss dem Tabellenzweiten vor den beiden folgenden Aufgaben gegen den Vierten TV Angermund und gegen Spitzenreiter MTV Dinslaken nicht bange sein. Vielleicht einmal abgesehen von den letzten paar Minuten der Begegnung, als die HGR ein wenig die Konsequenz im Abschluss vermissen ließ. Trainer Lukas Steinhoff nannte das "Fahrlässigkeit, die wir uns in den nächsten Spielen nicht leisten können". Dem wird niemand widersprechen. Unter dem Strich blieb aber der gute Gesamteindruck, der sich noch verstärken wird, wenn man weiß, dass die HGR mit kleiner Kapelle über die gesamte Distanz den Ton angegeben hat. Achim Jansen hatte sich am Morgen des Spieltags mit einer Grippe abgemeldet, Joscha Saalmann war der Halle wegen eines Magen-Darm-Infekts ferngeblieben. Christian Rother und Tobias Geske waren zwar vor Ort, hätten aber nach ihren Grippeerkrankungen nur im äußersten Notfall (Rother) beziehungsweise gar nicht (Geske) zum Einsatz kommen können. "So hartnäckig habe ich das noch nie erlebt", schilderte Tormann Geske die Problematik. "Ich habe in den letzten Wochen vier Kilogramm abgenommen." Er konnte beruhigt zuschauen - Robert Franz erwies sich als aufmerksamer Schlussmann. Auch am Kreis traten durch Rothers Fehlen keine Vakanzen auf - Philip Rath zeigte eine starke Leistung. Diese Erkenntnis in Verbindung mit der Verantwortung, die Michael Heimansfeld in den wichtigen Phasen der Partie übernahm, war der Schlüssel zum Sieg und gleichzeitig Mutmacher für das, was da noch kommt. Und das wird verdammt knackig.

  • Handball : Panther und HGR starten durch

Tore: Rath (8), Heimansfeld (7), Hermann (4), Baier (3/2), Taymaz, Voß (je 2), Schönfeld, Pütz, Niese (je 1).

TB Wülfrath - TuS Wermelskirchen 22:35 (13:14) - Am Donnerstag hatte Niklas Sichelschmidt nach längerer Krankheitspause erstmals wieder beim TuS mittrainiert. Zwei Tage später gehörte der zuvor schmerzlich vermisste Rückraumspieler gleich zu den Haupttorschützen beim Kantersieg in Wülfrath. Weil auch Tim Festag (ebenfalls nach krankheitsbedingtem Ausfall) ein gelungenes Comeback feierte, war der Kader der Wermelskirchener etwas opulenter besetzt als zuletzt. Was sich vor allem in der zweiten Hälfte auszahlte, als der Gastgeber an die Wand gespielt wurde. "Je länger wir Wülfrath auf Distanz gehalten haben, desto weniger hat man beim Turnerbund an einen Sieg geglaubt", stellte Wermelskirchens -Trainer Frank Berblinger fest. Daran änderten auf zwei Neuverpflichtungen des Gastgebers nichts. Florian Lepper erzielte zwar sieben Tore - das tat den Wermelskirchenern aber nicht weh. Und was machte der Ex-Radevormwalder Frederic Seifert? Er wurde beim Turnerbund vornehmlich in der Abwehr eingesetzt.

TuS-Tore: Niegetiet (10/1), Sichelschmidt (7), Faust (6), Festag (3), Franken, Schmidt, Schnellhardt, Lingen (je 2), Blum (1).

(RP)