Housepark-Festival: Tausende Elektrofans feiern im Remscheider Stadtpark

Housepark-Festival : Im Rausch der Bässe

Mit 5000 Besuchern hatten die Veranstalter des Housepark-Festivals gerechnet. Es dürften mindestens dreimal so viele Fans elektronischer Musik gewesen sein, die aus ganz Nordrhein-Westfalen in der Stadtpark gekommen sind.

Fans der elektronischen Musik pilgerten am Samstag massenhaft in die grüne Lunge der Stadt, wo das diesjährige Housepark-Festival erneut mit einem namhaften DJ-LineUp aufwartete. Mehr als 5000 Gäste wurden erwartet. Doch diese Zahl dürfte sich – auch aufgrund des bombastischen Wetters – verdoppelt, wenn nicht sogar verdreifacht haben.

Die Bässe wummern laut durch den Park. Menschenmassen stehen in Trauben zusammen, tanzen, reden, lachen, mit Sonnenbrillen auf der Nase und einem kühlen Getränk in der Hand. Im Rausch der Musik ist jeder bei sich, spürt, wie sich die Schwingungen der Töne im Körper ausbreiten. An der Hauptbühne der Konzertmuschel ruft der DJ ins Mikrofon: „Ich will eure Hände sehen“. Und das Publikum, zum Teil auf den Parkbänken stehend, reagiert. Begleitet von Jubelrufen strecken sie die Arme in die Luft und tanzen weiter.

Wenige Meter seitlich von der Hauptbühne, in unmittelbarer Nähe zum Rosengarten, steht die nächste, kleinere mobile Stage: Seifenblasen gleiten schwerelos durch die Luft, während sich auch hier eine große Gruppe der von dem Moment beseelten Elektrofans der Musik hingeben. Trotz wummernder Bässe ist die Stimmung ruhig. Wie in Trance feiern die tausenden Menschen gemeinsam und doch jeder für sich, die einen tanzend auf beiden Beinen, die anderen sitzend und liegend im Gras, entspannt und schwerelos. Weiter oben im Park, unter einem riesigen schwarzen Sonnensegel, ist die dritte Bühne untergebracht. Auch hier tanzen die Besucher ausgelassen oder liegen gemütlich auf der Wiese.

„Das ist einfach nur geil“, äußert der 26-jährige Jonas, bei dem sich bereits einen leichten Sonnenbrand auf Nase und Wangen abzeichnet. „Top Location, grandioses Wetter und eine geniale Stimmung“, sprudelte es aus dem Wuppertaler euphorisch heraus. Er sei zum ersten Mal beim Housepark-Festival dabei. „Ich habe von Kollegen davon gehört, dass hier so etwas stattfindet. Aber ich hätte nicht gedacht, dass das so geil ist.“

Die Fans feierten hier zu den Sounds, die Oliver Magenta, Timbo, MBP, Mircowave, S.E.B.I, Chico Chiquita oder Marc Vision, Mikeable aufgelegt haben. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Ähnlich gelungen findet es auch Julia (24) aus Remscheid, die das Festival eigentlich regelmäßig besucht: „Hier kommt man mit Freunden zusammen, hört gute Musik. Und bei so einem tollen Wetter gibt es heute keinen besseren Ort, wo man sein könnte.“ Positiv fällt der 24-Jährigen auf: „Obwohl so viele Menschen hier sind, hat man immer noch genug Platz. Für eine Stadt wie Remscheid ist das echt ein krasses Event.“

Tatsächlich, das zeigen die Kennzeichen der zahlreich parkenden Fahrzeuge auf dem Schützenplatz, sind die Besucher aus dem ganzen Bundesland angereist: Köln und Dortmund sind dabei, viele aus der bergischen Region, aber eben auch sehr viele aus den umliegenden Großstädten.

Das wiederum, gepaart mit den hohen Temperaturen und den in Strömen fließenden Alkohol, sorgt bei den Einsatzkräften für eine erhöhte Aufmerksamkeit: „Wir achten schon darauf, dass die Besucher keinen harten Alkohol auf das Gelände einschleusen“, berichtet Sascha Drossard, Einsatzleiter des privaten Ginzel Security Service. Bislang verlaufe das Festival aber sehr ruhig, bestätigt er.

„Außer kleineren Verletzungen hatten wir bislang noch keine nennenswerten Einsätze“, äußert auch Dennis Wildemann, Einsatzleiter des Deutschen Roten Kreuzes. „Die Herausforderung für uns wird vermutlich sein, dass die Leute bei der Hitze nicht nur Alkohol, sondern vor allem genug Wasser trinken, um Kreislaufprobleme vorzubeugen.“

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