Hopfenfest auf dem Remscheider Rathausplatz

Im Juni : Hopfenfest auf dem Remscheider Rathausplatz

Vom 6. bis 8. Juni dreht sich alles um den Gerstensaft. Die Macher setzen auf Genuss- und Probiercharakter.

Ihre Ankündigung liest sich wie ein Lobgesang auf Remscheid. „Das imposante Rathaus aus Naturstein ist nur eine der vielen Sehenswürdigkeiten der ‚Seestadt auf dem Berge‘. Vielfältige Freizeitangebote und kulturelle Einrichtungen machen das Leben in Remscheid zum Hochgenuss“, schreibt die selbst ernannte „Genussbewegung“ mit dem Namen „Hopfen sei Dank“.

Angesichts solcher Schmeicheleien dürften die Remscheider dem, was sie vom 6. bis 8. Juni auf dem Theodor-Heuss-Platz erwartet, wohlgesonnen entgegenblicken. Der einzige Grund für Vorfreude ist das Lob freilich nicht.

Mit der Premiere ihres „Hopfenfestes“ im Bergischen Land will „Hopfen sei Dank“ den Besuchern die Bierkultur näher bringen. „Wir sprechen von einem Genussfest“, sagt Oliver Daniel Sopalla. Der 47-Jährige aus Herne und sein Team von der Biweko GmbH, die hinter „Hopfen sei Dank“ steht, organisieren das Fest auf dem Platz vor dem Rathaus.

Dazu werden Vertreter von bis zu 80 Brauereien erwartet. „Wir öffnen die Tore für die großen, bekannten Brauereien, aber auch für kleine Craft-Beer-Produzenten“, beschreibt Sopalla. Neben deutschen seien auch internationale Biermarken wie Leffe und Kriek aus Belgien oder La Trappe und die The Sisters Brewery aus den Niederlanden dabei. Und natürlich werden auch die Lokalmatadore vom Remscheider Bräu am „Hopfenfest“ teilnehmen.

Sie alle sollen Platz finden in einer Art Dorf, das die Veranstalter mit See-Containern rund um den Bergischen Löwen errichten. „Wir wollen den gesamten Facettenreichtum der Bierkultur darstellen. Die Besucher sollen sich durch die unterschiedlichen Sorten und Stile durchprobieren können“, sagt der Organisator. Das „Hopfenfest“, das seinen Ursprung 2016 in einer Veranstaltung zum 500. Jubiläum des deutschen Reinheitsgebots in Dortmund hat, gehe „mit dem Thema Bier so um, wie es andere eher mit Wein tun“.

Mit dieser Herangehensweise, die auf Genuss und Probieren setzt, überzeugte „Hopfen sei Dank“ auch das Remscheider Stadtmarketing. „Als die Veranstalter im August 2018 Kontakt zu uns aufnahmen, hatten wir zuerst Sorge, dass es sich zu einem Saufgelage entwickeln könnte. Aber das Konzept hat uns überzeugt“, berichtet Inna Safenreider vom Stadtmarketing.

Die Veranstalter seien sehr professionell und die Erfahrungen aus anderen Städten zeigten, dass das „Hopfenfest“ „ein ganz anderes Klientel anzieht“. So verpflichtet „Hopfen sei Dank“ alle teilnehmenden Brauereien dazu, an ihren Ständen Probiergläser mit 0,1-Liter Inhalt anzubieten. „Zwar können auch 0,2 oder 0,3 Liter bestellt werden, aber dann geht der Spaß am Probieren schnell verloren“, beschreibt Sopalla. Um eben diesen Spaß zu fördern, bieten die Macher im Vorverkauf einen „Bier-Pass“ an. Damit verbunden ist eine kleine geführte und geschmacklich abgestimmte Tour durch die Welt zehn unterschiedlicher Biere. Zudem wird das Fest durch ein Angebot an Streetfood wie Burgern, Burritos, aber auch der guten alten Currywurst abgerundet.

Neben dem Geschmacks- wird aber auch der Gehörsinn angeregt. Musikalisch setzen die Veranstalter wahlweise auf Begleitung durch einen DJ oder auf Livemusik. Was es in Remscheid sein wird, steht noch nicht fest. „Wir müssen noch sehen, wie die Location im Detail aussehen wird“, sagt Sopalla. Feststehen dürfte hingegen schon jetzt, dass der Theodor-Heuss-Platz voll wird: Zum „Festival der Dortmunder Bierkultur“, das so etwas wie die Krone der „Hopfenfeste“ ist, strömen jährlich knapp 20.000 Besucher.

Doch auch in Städten wie Recklinghausen, in denen das Bierbrauen weniger Tradition hat und die größentechnisch eher mit Remscheid zu vergleichen sind, besuchen laut Oliver Daniel Sopalla, immerhin 7000 bis 9000 Gäste das „Hopfenfest“. Das lässt auch fürs Bergische hoffen.

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