Hochschule: Wirtschaft bringt sich ein

Schule : Heimische Wirtschaft bringt sich bei Hochschulplanung ein

Bei einem Treffen mit Vertretern der Rheinischen Fachhochschule Köln haben bergische Unternehmer ihre Wünsche für die Studieninhalte vorgestellt. Die Stadt will im Frühjahr an den Schulen für das neue Angebot werben.

Die Pläne der Stadt Remscheid, auf dem Gelände der früheren Grundschule Honsberg sukzessive einen Campus der Rheinischen Fachhochschule (RFH) Köln aufzubauen, nehmen weiter Gestalt an. Vertreter von 20 bergischen Unternehmen nahmen jetzt an einem Arbeits-Treffen teil, bei dem es darum ging, mit der Fachhochschule die Inhalte der Studiengänge abzustimmen, die künftig in Remscheid angeboten werden.

Dieses Angebot der Mitarbeit hatte Professor Dr. Alexander Pollack, Studiengangsleiter der RFH, der Wirtschaft bei einer Auftaktveranstaltung im Dezember im Neuen Lindenhof gemacht. Der Ansatz der Hochschule: Durch intensiven Austausch soll das Angebot möglichst passgenau auf die Bedürfnisse der Bergischen Unternehmen abgestimmt sein.

Der Ruf zur Mitarbeit drang über Remscheids Stadtgrenzen hinaus. Auch aus Solingen und Wuppertal kamen Teilnehmer zu der Veranstaltung. IT-Programmierung, Automation, Produktionstechnik, Betriebswirtschaftslehre für Handwerker nennt Arnd Zimmermann von der Stadtverwaltung einige der Wunschthemen, die die Unternehmen an diesem Tag an die Ansprechpartner der Fachhochschule übermittelten. Bei Zimmermann laufen im Rathaus die Fäden der Fachhochschul-Planung zusammen. Viel diskutiert worden sei bei dem Treffen aber auch über die Frage, ob auch die Vermittlung so genannter Soft-Skills, die Unternehmen gerne bei ihren Bewerbern sähen, von der RFH thematisiert werden kann. Gemeint sind damit soziale oder überfachliche Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder Zeitmanagement.

Die Fachhochschule will auf der Basis der Gespräche nun Vorschläge erarbeiteten. Diese sollen in wenigen Wochen bei einem Folgetermin vorgestellt werden. Auch dafür gebe es erneut viele Anmeldungen, sagt Zimmermann. Sein Eindruck: Der Bedarf für ein lokales Hochschul-Angebot ist da.

Parallel arbeiten Stadt und Fachhochschule daran, die Studien-Pläne bekannter zu machen. So sind Infoveranstaltungen an den weiterführenden Schulen geplant, um die Schüler auf die Möglichkeit hinzuweisen, künftig in ihrer Heimatstadt studieren zu können. Als Termin ist die zweite Aprilhälfte im Gespräch, sagt Zimmermann. Dann seien die Abiturprüfungen gelaufen, die Schüler hätten etwas Luft. Das Stadtmarketing und die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewag entwickeln derweil zusammen mit der RFH eine Werbe-Broschüre, die auf Ausbildungsmessen verteilt werden soll. Die Stadt sei gerade dabei, die Räume der Grundschule für den Start des Uni-Betriebes im Wintersemester 2019/2020 herzurichten, sagte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) auf Nachfrage unserer Zeitung. Starten will man im Erdgeschoss und in den Pavillons auf dem Schulhof. Es würden sich im Herbst nicht sofort „Tausende Studenten“ am Honsberg tummeln, dämpft er die Erwartungen. Vielmehr wolle man das Angebot Schritt für Schritt ausbauen. Das sei die mit der RFH abgestimmte Linie.

Die Zusammenarbeit mit Köln laufe sehr gut. „Das macht Spaß“. Wie weit der Ruf der Fachhochschul-Pläne der Seestadt auf dem Berge mittlerweile gedrungen ist, merkte der Oberbürgermeister, als er bei einem Termin in Düsseldorf von VRR-Vorstand Jose Luis Castrillo darauf angesprochen wurde.

Hintergrund: Die Stadt macht sich beim VRR für einen neuen zusätzlichen Haltepunkt der S-Bahnlinie 7 am Honsberg stark. Das würde die Anreise der Studierenden erleichtern.

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