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"Heimat-Kunst-RS": Soziale Netzwerke als Ausstellungsräume

Projekt „Heimat-Kunst-RS“ : Soziale Netzwerke als Ausstellungsräume

„Heimat-Kunst-RS“ heißt das Projekt, das Ute Lennartz-Lembeck ins Leben gerufen hat. Kinder und Jugendliche sollen ihre Kreativität ausleben.

Die Remscheider Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck hat ein neues Projekt ins Leben gerufen. „Heimat-Kunst-RS“ bietet Kindern und Jugendlichen eine Plattform, sich auch in Zeiten der Corona-Krise künstlerisch und kreativ mit sich und ihrer Umwelt auseinanderzusetzen und dadurch Selbstwirksamkeit zu erfahren. Soziale Netzwerke dienen dabei als Ausstellungsräume.

Die Corona-Pandemie stellt derzeit alle vor unbekannte Herausforderungen: Ärzte und Pflegepersonal, Selbstständige, Unternehmen oder Familien leiden unter den Beschränkungen ebenso wie Kinder und Jugendliche. „Es ist eine außergewöhnliche Zeit, in der – positiv betrachtet – auch viele Chancen stecken“, sagt Ute Lennartz-Lembeck. Man könne sich jetzt viel intensiver mit sich selbst auseinandersetzen und das Umfeld neu betrachten. „Jetzt hat man die Zeit.“

Die Künstlerin arbeitet für gewöhnlich im Rahmen ihrer eigenen Kunstschule „Heimat“ mit Schulen, Institutionen und Vereinen zusammen, vorrangig mit Kindern und Jugendlichen. Daher weiß sie, dass in der Stadt ein großes künstlerisches Potenzial schlummert. Mit ihrem neuen Projekt, das in Kooperation mit der Kraftstation, dem Stadtteil e.V. und dem Jugendrat läuft, möchte Lennartz-Lembeck die junge Generation motivieren, nicht in Lethargie zu verfallen, sondern diese Zeit kreativ zu nutzen und künstlerisch aufzuarbeiten.

Als Hilfestellung hat sie drei Fragestellungen entwickelt, die den Prozess anstoßen sollen: „Was mich gerade bewegt“ soll die Gedanken und Gefühlswelt nach außen krempeln. Entstehen können dabei Zeichnungen oder Gemälde, Skulpturen und Collagen aber auch Fotografien, Videoaufnahmen, Interviews und Podcasts.

Bei den beiden übrigen Fragestellungen, „Was hat sich verändert?“ und „Was mache ich“, steht die Beobachtung im Mittelpunkt: Vielleicht, so die Idee von Ute Lennartz-Lembeck, werden Räume der Wohnung anders wahrgenommen als vorher. Vielleicht haben die Kinder und Jugendliche andere Hobbys oder neue Interessen entwickelt. Vielleicht ist aber auch das Zusammenleben anders. Veränderungen setzen kreative Prozesse in Gang und können etwa als Tagebuch-Eintrag oder Gedicht dokumentiert, oder gar in Farbe und Form festgehalten werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: So können auch kleine Präsente entstehen, selbst gemachte Seifen etwa oder hübsch bemalte Kekse.

Um sich an die vorgegebenen Sicherheitsmaßnahmen und verordneten Kontaktsperren zu halten, sammelt Ute Lennartz-Lembeck Dokumente, Fotos oder Videos der entstandenen Werke, die sie von den Teilnehmern per Mail oder Whats App erhält. Diese werden von ihr und den Kooperationspartnern oder den Teilnehmern selbst mit dem Hashtag #heimatkunstrs auf Facebook und Instagram hochladen. Damit verwandeln sich die sozialen Netzwerke in virtuelle Ausstellungsräume. Knapp 100 Beiträge sind bereits eingestellt. Täglich kommen Neue dazu.

In Aussicht steht noch, die gesammelten Kunstwerke auch physisch zur „Nacht der Kultur“ im Oktober auszustellen.