Haus Cleff: Geld reicht nur für neue Hülle

Kultur in Remscheid : Geld reicht nur für neue Hülle

Mit welchem Konzept das Haus Cleff künftig bespielt werden soll, steht in den Sternen. Die Einwände der obersten Denkmalpflegerin haben die bisherigen Überlegungen ausgebremst. Arbeitsgruppen sollen neue Ideen entwickeln.

Die oberste Denkmalschützerin des Landschaftsverbandes, Dr. Andrea Pufke, hat den Mitgliedern des Kulturausschusses deutlich gemacht, dass es für das Haus Cleff nur Geld gibt für die Sanierung der Außenfassade. Die Stadt hat dafür 2,6 Millionen Euro auf dem Konto. 1,2 Millionen stammen aus dem Haushalt, 1,4 Millionen aus Fördertöpfen. Ob dieses Geld ausreicht, ist eher unwahrscheinlich. Nach Aussagen des Architekten Bernhard Bramlage werden die Kosten zwischen fünf und sieben Prozent pro Jahr steigen. Außerdem wies der Düsseldorfer Architekt darauf hin, dass es zurzeit äußerst schwierig sei, kompetente Handwerker für diese Restaurierungsarbeiten zu finden. Bisher sei das noch nicht gelungen. Die Arbeiten sollen nach den Sommerferien beginnen und 2020 abgeschlossen sein. Andrea Pufke machte aber Hoffnung, dass es vielleicht noch einen Nachschlag für die Fassadensanierung geben könnte. „Bund und Land haben kein Interesse daran, dass Bauruinen entstehen“, sagte Pufke.

„Wir haben eine neue Fassade, aber nichts dahinter“, sagte Volker Leitzbach, kulturpolitischer Sprecher der SPD. Er zeigte sich einigermaßen entsetzt darüber, dass die bisherigen Planungen für die museale Gestaltung der Räume wieder obsolet sind. Pufke hatte deutlich gemacht, dass die Denkmalpflege nur Konzepte genehmige, die die historische Substanz nicht angreifen. Das heißt: Im Haus Cleff wird es keine Küche geben und auch keinen Aufzug. „Das Haus hat in der Vergangenheit genug gelitten“, sagte Pufke.

Die ursprüngliche Idee, das Deutsche Werkzeugmuseum mit dem Haus Cleff durch einen modern gestalteten Glastrakt zu verbinden, ist damit ebenfalls gestorben. Für die Denkmalschützer wäre das ein zu großer Eingriff in die Charakteristik des Hauses. „Die ganzen Planungen waren für die Katz“, sagte Leitzbach. Auch Karl-Heinz Humpert, Vorsitzender des Kulturausschusses, räumte ein, dass bei den Plangungen einiges schief gelaufen sei. Die Zukunftspläne für die neue Aufstellung des Historischen Zentrums mit Archiv, Werkzeugmuseum und Haus Cleff verglich er mit einem Wolkenkuckucksheim. Auch die Finanzierung der veranschlagten 12,5 Millionen sei nicht gedeckt gewesen. Humpert verteidigte aber die Kosten für die Sanierung der Fassade: „Wenn wir die Hülle nicht erhalten, brauchen wir mit der Entwicklung eines Konzepts gar nicht erst beginnen.“

Kulturdezernent Sven Wiertz sprach sich für ein behutsames Vorgehen aus. Es sollen nun interdisziplinäre Arbeitskreise gebildet werden, um eine Konzeption zu entwerfen, die sowohl den Ansprüchen des Denkmalschutzes wie den Anforderungen eines modernen Museums entsprechen. Mit in die Überlegungen einbezogen werden soll die Präsentation der Werke des Malers Johann Peter Hasenclever, des Graphikers Gerd Arntz und des Bühnenbildners Teo Otto, alles Remscheider Künstler. Ob das angrenzende Haus Berger künftig mal ein Tool-Lab, vergleichbar dem Rö-Lab im Röntgenmuseum, beherbergen wird, ist bisher nur eine Idee. Zunächst sollen baufachliche Untersuchungen klären, in welchem Zustand das Gebäude sich befindet und was eine Instandsetzung kosten würde. Auch das Haus Berger steht unter Denkmalschutz.

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