Remscheid: Hasenberger wünschen sich DORV-Laden

Remscheid: Hasenberger wünschen sich DORV-Laden

Interessensgemeinschaft: Lebensmitteladen mit Dienstleistung rechnet sich. Gewag unterstützt mögliches Projekt.

Seit 2013 steht der Frischemarkt Teuber auf dem Hasenberg leer. Seither müssen Anwohner nach Lennep fahren, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Die IG Hasenberg sieht den Bedarf an einer Nahversorgung bestätigt: Sie hat die Chancen für einen neuen Lebensmittelladen wissenschaftlich untersuchen lassen. Gemeinsam mit der Gewag als Vermieterin der leerstehenden Immobilie, dem Beratungsunternehmen DORV aus Jülich und der Fachhochschule Niederrhein wurden zwei Untersuchungen und eine Bürgerbefragung vor Ort gemacht. "Ein daraus folgendes Gutachten hat ergeben, dass am Hasenberg ein alternatives und neuartiges Ladenkonzept wirtschaftlich zu betreiben wäre", sagt Heinz-Eberhard Boden, Schriftführer bei der IG Hasenberg. Etwa 4000 Menschen wohnen in 1931 Haushalten in der Siedlung, die zu Lennep gehört; bei der Befragung konnten 561 Haushalte erreicht werden, die Beteiligung lag bei 29 Prozent.

Rainer Hoffmann, der Vorsitzende der IG Hasenberg, lobt das große Engagement der Hasenberger: "Der zeitliche Aufwand war enorm hoch, wir hatten 20 aktive Helfer bei der Befragung. Es ist aber auch zu erwähnen, dass sehr großes Interesse an der Befragung bestand." Das Fazit: "Die Bürger wollen eine Einkaufsmöglichkeit im Quartier", betont Boden. Dabei sei kein großer Discounter erwünscht, sondern ein Laden nach dem DORV-Konzept: "Kleiner Laden auf kleiner Fläche, reduzierte Warenvielfalt, Schwerpunkt auf frischen Waren, verkauft von wenigen Mitarbeitern - und dazu ein Dienstleistungsangebot sowie ein Café", zählt der Schriftführer die Wettbewerbsvorteile des Konzepts auf.

Ein Rechenmodell der FH Niederrhein habe ergeben, dass mit DORV zwischen 440 und 950 Kunden pro Tag einen Umsatz zwischen 2600 und 5700 Euro pro Tag erwirtschaften könnten, sagt Hoffmann. "Damit könnte der Laden wirtschaftlich betrieben werden. Ein Geschäft, wie es der Frischemarkt war, hat hingegen hier keine Chance mehr." Nun wird ein Einzelhändler gesucht, der bereit ist, einen Laden am ehemaligen Frischemarkt-Standort nach diesem Konzept zu eröffnen. "Dabei soll natürlich die vorhandene Infrastruktur weiter genutzt werden", sagt Boden. So könnte etwa die Bäckerei das Café beliefern, der Kiosk oder der Friseur könnten den Dienstleister stellen: "Wir wollen ja niemanden verdrängen, sondern eben ein bestmögliches Angebot für die Menschen auf dem Hasenberg aufstellen", betont Hoffmann.

Eine Alternative sei die Ansiedlung eines sogenannten CAP-Markts, wie sie die Lebenshilfe etwa in Wuppertal Eckbusch betreibt: "Dort werden Menschen mit Handicap, daher auch der Name, beschäftigt. Der Kontakt zur Lebenshilfe Remscheid ist aufgenommen", sagt Hoffmann. Die Idee sei in Wuppertal sehr erfolgreich, stecke in Remscheid jedoch noch in den Kinderschuhen: "Hier werden gerade die Fühler ausgestreckt, um zu eruieren, wo ein solcher CAP-Markt funktionieren könnte", ergänzt Boden.

Sehr offen steht die Gewag als Vermieterin beiden Alternativen gegenüber, wie Uwe Manthei von der Remscheider Wohnungsbaugesellschaft sagt: "Wir brauchen jemanden, der das Projekt umsetzen kann. Wir kümmern uns aber um die Vermietung sowie eventuell nötige Umbauten oder Renovierungen." Denn schließlich koste der Leerstand der Immobilie die Gesellschaft jeden Monat eine Menge Geld, eine Vermietung sei also natürlich auch im Gewag-Interesse.

www.ig-hasenberg.de

(RP)