Remscheid Handwerk bietet viele Chancen

Remscheid · Bei einer Podiumsdiskussion zu den Aktionstagen des Handwerks sprachen Experten über die Zukunft des Wirtschaftszweiges. Ausbildung und Schwarzarbeit waren dabei wichtige Themen.

Innenstadt Am Donnerstagabend stellte sich das Handwerk, die "Wirtschaftsmacht von nebenan", der Diskussion. Während der Aktionstage der Remscheider Kreishandwerkerschaft, die heute im Allee-Center zu Ende gehen, zeigten die Gäste auf dem Podium die Bedeutung der verschiedenen Gewerke für Wirtschaft und Gesellschaft auf. Doch ging die von BM-Redaktionsleiterin Kristina Hellwig und Axel Richter vom Remscheider Generalanzeiger moderierte Talkrunde genauso offen auf kritische Fragen ein.

"Das Handwerk arbeitet mit Hand und Verstand", wies Kreishandwerksmeister Armin Hoppmann auf die hohen Anforderungen hin, die nicht zuletzt die jungen Lehrlinge bei ihrer Ausbildung erwarten. So bezeichnete es Holger Schödder, Schulleiter des Berufskollegs Technik, als "Katastrophe", wenn zehn Prozent der Jugendlichen keinen Schulabschluss vorweisen können und damit für eine Handwerksausbildung von vorneherein nicht in Frage kommen. "Daran und an den fehlenden Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit müssen wir etwas ändern", forderte Schödder, wobei er hier im Besonderen die Elternhäuser in der Pflicht sah.

50 Millionen fürs Image

In den kommenden Jahren gibt das Handwerk bundesweit 50 Millionen Euro für seine Imagekampagne aus. Dass es in der Bevölkerung auch manche kritische Stimme bezüglich der Arbeitsleistung ihrer Branche gibt, ist den Verantwortlichen in Verbänden und Organisationen bewusst. Wobei zumeist nur die negativen Erfahrungen kolportiert würden, bedauerte Frank Pawlik, Geschäftsführer der Bildungszentren des Baugewerbes. Dass man vom Handwerk Pünktlichkeit, Ordnung, Sauberkeit und eine gute Beratungsleistung erwarten müsse, bestätigte indes Armin Hoppmann: "Wer mit einem dreckigen Auto und einer schmuddeligen Arbeitstasche kommt, dem nimmt man keine gute Arbeit ab."

Zumal eine Handwerkerstunde heutzutage einiges kostet und damit Schwarzarbeit forciert, wie die Diskutanten unumwunden zugaben. Daran sei aber nicht das Handwerk schuld, sondern die immense Abgabenbelastung, stellte Dr. Thomas Köster, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, klar.

Alles in allem habe das Handwerk jedoch immer noch eine gute Zukunft und biete in Remscheid gerade für junge Meister große Chancen. In den nächsten Jahren suchen 120 Betriebe vor Ort einen Nachfolger. Und wer den Banken ein schlüssiges Konzept nachweisen könne, habe beste Möglichkeiten, von ihnen unterstützt zu werden, sagte Volker Pleiß von der Remscheider Stadtsparkasse.

(RP)
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