Händler-Befragung zum DOC in Remscheid gestartet

Fragebogenaktion in Wuppertal : Händler-Befragung zum DOC

In Wuppertaler hat die Fragebogen-Aktion begonnen. Sie endet am 30. Oktober.

„Sind Sie grundsätzlich der Auffassung, dass die Stadt Wuppertal die Klage in Bezug auf das DOC gegen die Stadt Remscheid zurücknehmen sollte?“ Das ist die Kernfrage eines Fragebogens, den 700 Wuppertaler Einzelhändler nun im Internet ausfüllen können. Sie sollen mit ihren Antworten dem Wuppertaler Stadtrat ein Meinungsbild liefern, der am 18. November über einen Klageverzicht gegen das Designer Outlet Center entscheiden will. Seit 2015 geht Wuppertal gerichtlich gegen das 165 Millionen Euro schwere Großprojekt in Lennep vor.

Remscheids Stadtdirektor Sven Wiertz (SPD) will den Fragebogen nicht kommentieren. „Wir haben ihn uns angeguckt und zur Kenntnis genommen. Ich bin jetzt sehr darauf gespannt, wie groß die Beteiligung sein wird“, erklärt er. Wiertz verweist auf eine Einladung von IHK und Handelsverband zum Thema DOC, die zuletzt auf eine eher geringe Resonanz bei den Händlern gestoßen sei.

Die Befragung ist freiwillig. Wuppertal bittet die Geschäftsleute, bis zum 30. Oktober daran teilzunehmen. Neben den „kritischen Hauptsortimenten“, wie Bekleidung und Sportartikel, würden auch Spielwaren, Uhren/Schmuck, Hausrat bei der Umfrage erfasst, heißt bei der Wuppertaler Stadtverwaltung. Im Anschluss will sie das Ergebnis zusammenfassen und den Politikern zur Beratung vorlegen.

In der September-Sitzung hatte der Wuppertaler Stadtrat die Befragung der Einzelhändler beschlossen. Das hatte zu massiver Kritik des Einzelhandelsverbandes und der Bergischen Industrie- und Handelskammer geführt, die eine schnelle Beendigung der juristischen Auseinandersetzungen zwischen Wuppertal und Remscheid fordern. „Wir hoffen, dass es nun endlich dazu kommt“, erklärt Wiertz.

Diese Hoffnung nähren Verhandlungsergebnisse: DOC-Investor McArthurGlen ist bei den geplanten Verkaufsflächen den Wünschen der Stadt Wuppertal entgegengekommen – insbesondere in den Sparten Bekleidung und Sport wurde der Rotstift angesetzt. Zudem einigte sich McArthur zuletzt mit der Interessengemeinschaft der Elberfelder Händler auf einen gemeinsamen „Reduzierungsvorschlag“, wie es im Fragebogen heißt. Dieser sieht im DOC eine Verkleinerung der Verkaufsfläche für Bekleidungsartikel von 14.000 auf 13.150 Quadratmeter vor. Für Schuhe/Lederwaren werden 3250 Quadratmeter vorgehalten – 500 weniger als ursprünglich geplant. In der Sportsparte kürzt McArthurGlen die Fläche von 2000 auf 1750 Quadratmetern.

Diesem Raumprogramm werden im Fragenkatalog die Empfehlungen eines Gutachterbüros gegenübergestellt. Es untersuchte im Auftrag Wuppertals, welche Folgen das DOC auf die Kundenströme und das Einkaufsverhalten in der Nachbarstadt haben könnte. Die Gutachter empfehlen, dass die Verkaufsflächen im Outlet Center noch deutlicher reduziert werden müssen, als es sich im Kompromissvorschlag abzeichnet.

In seinem geplanten Anschreiben an die Einzelhändler macht Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) aber auf das „vorhandene Prozessrisiko“ aufmerksam. „Wenn die Stadt Wuppertal im Klageverfahren gegen die Stadt Remscheid unterliegen sollte, würde es zu keinerlei Flächenreduzierungen im DOC in Lennep kommen.“ Das heißt: Investor McArthurGlen könnte dann zu den ursprünglich vorgesehenen Verkaufsflächen zurückkehren.