1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

H2O-Schwimmbad in Remscheid ist wieder geöffnet

Bad in Remscheid ist wieder geöffnet : Im H2O darf geschwommen werden

Über 15 Wochen nach der Corona-Zwangsschließung ist das H2O Sauna- und Badeparadies in Hackenberg seit dieser Woche wieder in Betrieb. Die Besucherkapazität wurde zunächst auf 300 Gäste beschränkt.

Als echte Herkulesaufgabe bezeichnet H2O-Betriebsleiter Christian Liese die Vorbereitungen auf eine Corona-konforme Öffnung des Badeparadieses in Hackenberg. Denn obwohl er die lange Zeit, in der das Bad geschlossen war, nutzte, um die geplanten Reparatur- und Malerarbeiten von September vorzuziehen, stand der Badebetrieb und somit die gesamte Technik seit dem Lockdown im März still. Pumpen wurden ausgeschaltet und Becken geleert. „Um alles, nach so einem langen Stillstand wieder hochzufahren, brauchen wir einen Vorlauf von mindestens drei bis vier Wochen.“

Allein die Inbetriebnahme eines 1400 Kubikmeter großen Beckens, mit 1,4 Millionen Litern Wasser, die auf Temperatur gebracht werden müssen und deren Wasserqualität geprüft werden muss, brauche mindestens eine Woche. Christian Lieses Team habe zuletzt mit Hochdruck an der Wiedereröffnung gearbeitet, denn einfach war es nicht. „Wenn ich ehrlich bin, war ich skeptisch, ob wir den 29. Juni als Eröffnung halten würden, aber das Team hat wirklich alles gegeben, um mit Ferienstart das Schwimmen im H2O zu ermöglichen. Wenn eine Anlage so lange stillstehe, erklärt der Fachmann, „entstehen beim Hochfahren häufig Probleme, etwa bei den Dichtungen.“ Im Betrieb seien die Dichtungen nass und blieben somit elastisch. Fließt kein Wasser durch die Rohre, trockenen die Dichtungen aus, werden spröde und durchlässig. Das Ergebnis: „Das Wasser tropft dann an mehreren Stellen aus der Leitung.“ Auch Pumpen sind anfällig, wenn sie lange nicht arbeiten.Die Technik wieder in Gang zu bringen, war somit die erste Herausforderung für das H2O-Team, „die andere war ein geeignetes Hygienekonzept zu erstellen.“ Dazu gehört, dass Badegäste das Bad mit einem Nase- und Mundschutz betreten und sich am Eingang die Hände desinfizieren. Ein Wegeleitsystem mit blauen Füßen für den Eingang und roten Füßen für den Ausgang markieren die Laufwege, so dass sich die ankommenden und gehenden Besucher nicht kreuzen.

Christian Liese war glücklich über die pünktliche Öffnung am ersten Ferientag. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Um lange Warteschlangen vor dem Badeparadies zu vermeiden, muss vor dem Besuch ein Ticket gebucht werden. Das geht sowohl online als auch analog an den bekannten Vorverkaufsstellen. „Damit reservieren sich die Gäste lediglich einen Zeitraum von zwei bis maximal vier Stunden, in denen sie das Bad besuchen wollen“, erläutert Liese. Bezahlt wird wie gewohnt an der Kasse des H2O. „Das Einzige, was in der Zeit jetzt wegfällt, ist das Tagesticket, weil wir aus Fairnessgründen möglichst vielen Besuchern einen Aufenthalt im Bad ermöglichen wollen“, sagt Liese. Aktuell ist die Anzahl der Badegäste auf 300 Besucher beschränkt. „Wir wollen erst einmal schauen, wie sich die Kunden verhalten und wenn alles funktioniert, sukzessive auf bis zu 450 Badegäste erhöhen.“

Eröffnung des H 2 O unter Corona-Auflagen. Blaue und rote Füße weisen den Weg. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Die Eröffnung nutzten am Montagvormittag rund 100 Besucher. Am frühen Nachmittag folgten 120 weitere Gäste. Es bildeten sich keine langen Warteschlangen vor der Tür und die Gäste – allesamt mit dem gebuchten Ticket auf dem Smartphone – wurden schnell bedient. Lediglich die Wassertemperatur in einigen Becken schien einigen Gästen etwas zu kalt.

In der kommenden Woche hat Liese einen Termin mit der Gesundheitsbehörde. Dabei soll geprüft werden, ob auch der Saunabetrieb, der in Nordrhein-Westfalen offiziell wieder gestattet ist, auch im H2O wieder ermöglicht werden kann. „Wenn es keinen Korrekturbedarf in unserem Konzept gibt, dann könnten wir aller Voraussicht nach Mitte Juli auch den Saunabereich öffnen.“