Remscheid: Grundstein für die Moschee ist gelegt

Remscheid: Grundstein für die Moschee ist gelegt

Das Gotteshaus soll nächstes Jahr fertig sein. Die Ditib-Gemeinde dankte für den Rückhalt vieler Remscheider.

Die Grundsteinlegung für die Ditib-Moschee und das Begegnungszentrum in der Weststraße wurde gestern zu einem großen Fest für die Remscheider Muslimen und ihre Gäste. Als die Kassette mit Zeitdokumenten nach einem Gebet im Boden des Bauplatzes versenkt wurde, gab es viele freudige Gesichter und Applaus von mehreren hundert Menschen. Dabei zeigten Politik, die christlichen Kirchengemeinden, aber auch andere gesellschaftliche Gruppen große Präsenz.

Vertreter der anderen Religionen unterstützten die Muslime (v.l.): Leonid Goldberg (Jüdische Gemeinde), Superintendent Hartmut Demski und Pfarrer Thomas Kaster. Foto: Jürgen Moll

Integrationsminister Guntram Schneider, Oberbürgermeisterin Beate Wilding, Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz, die Landtagsabgeordneten Jutta Velte (Grüne) und Sven Wolf (SPD) sowie die Fraktionsvorsitzenden der Ratsparteien waren genauso gekommen wie etwa Thomas Meyer, Präsident der Industrie- und Handelskammer, Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher oder Ralf Wieber, Vorsitzender des Marketingrats Innenstadt.

Dementsprechend groß war die Dankbarkeit der Gastgeber. "Wir danken Ihnen, dass Sie an unserer Seite gestanden und uns nicht alleine gelassen haben", sagte Himmet Ertürk, Vorsitzender der Remscheider Ditib-Gemeinde. Ein gemeinsames Grußwort sprachen der katholische Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster, der evangelische Superintendent Hartmut Demski und André Carouge, Pastor der Baptistengemeinde. "Wir freuen uns, dass Sie mit Ihrer Moschee ein würdiges Haus für Ihre Gebete finden", sagte Demski. Bei aller Unterschiedlichkeit seien Minarette und Kirchtürme Erinnerungszeichen an die Präsenz Gottes in einer zunehmend säkularisierten Welt.

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Der religiöse Attaché Ramazan Ilikkan betonte, dass mit dem Moscheebau nicht nur ein Fundament für ein Gotteshaus, sondern auch für das friedliche und freundschaftliche Zusammenleben in Remscheid gelegt werde. Oberbürgermeisterin Beate Wilding, deren persönliches Engagement für das Projekt die türkischen Gastgeber besonders hervorhoben, sagte, dass die Moschee ein Haus der Begegnung sein werde, das das Stadtbild an dieser Stelle erheblich verschönere. Leonid Goldberg, Vorsitzender der jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal erinnerte daran, dass Deutschland sowohl für Muslime als auch für Juden eine Heimat sei. Dass sich damit nicht jeder einverstanden erkläre, habe seine Gemeinde beim Bau der Synagoge in Barmen genauso erlebt wie die Ditib-Gemeinde heute.

Allerdings nahm sich vor dem Hintergrund des überwältigenden Zuspruchs bei der Grundsteinlegung die Handvoll rechter Demonstranten verschwindend gering aus. Ihre Parolen drangen auf das Baugelände nicht vor, und als der offizielle Teil der Feierstunde beendet war, war die von der Polizei beobachtete Gruppe längst abgezogen.

(bona)
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