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Grundschule soll zum Campus werden

Zweigstelle in Honsberg : Grundschule soll zum Campus werden

Die Rheinische Fachhochschule Köln startet zum Wintersemester 2019/2020 eine Zweigstelle in Honsberg.

Gemeinsam mit der Stadt Remscheid will die Rheinische Fachhochschule (RFH) Köln die leerstehende Grundschule Honsberg sukzessive zum Hochschulstandort entwickeln. Ab dem Wintersemester 2019/2020 sollen in den Räumen an der Martinstraße erste Studiengänge angeboten werden, sagte RFH-Direktor Professor Dr. Martin Wortmann am Donnerstag vor Journalisten. Die Schule sei ein idealer Standort. In einem ersten Schritt sollen das Erdgeschoss und die Pavillons auf dem Schulhof für den Unterricht genutzt werden. Nach und nach sollen die anderen Etagen dazu kommen.

Die RFH stehe für ein offenes, „nicht abgehobenes“ Konzept, das „sich an alle wendet, die eine Zugangsberechtigung haben“, sagte Wortmann. Etwa Menschen, die schon mitten im Berufsleben stehen und sich entschieden haben, sich über ein Studium zu qualifizieren. Über Brückenkurse wird ihnen in kleinen Arbeitsgruppen Hilfe in den Bereichen angeboten, wo es meist hakt – Mathematik, Physik, manchmal auch Deutsch.

Gestartet ist die RFH schon am Mittwoch – allerdings im BZI an der Wüstenhagener Straße. Dort wurde die ersten zwölf Studenten des neuen Studiengangs Produktionstechnik begrüßt. Sie studieren berufsbegleitend, für die Mehrzahl von ihnen trägt der Arbeitgeber die Studiengebühren von 360 Euro im Monat. Möglichst passgenaue Studienangebote für die Bedarfe der heimischen Wirtschaft zu entwickeln, sei der Anspruch der RFH, sagte Studienortkoordinator Professor Dr. Alexander Pollack. In Remscheid gebe es noch viel produzierende Industrie, da müsse das Kurs-Angebot ein anderes sein als am Standort Köln, wo dieser Bereich kaum noch vertreten ist. Grundsätzlich will die RFH offen sein in den Stadtteil. Nachbarn seien eingeladen, hereinzuschauen.

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Die RFH passe „wie die Faust aufs Auge zu Remscheid“, sagte OB Burkhard Mast-Weisz (SPD), der bereits vor zweieinhalb Jahren das erste einer Vielzahl von Gesprächen zu dem Projekt führte, das mit mehreren Ministerien abgestimmt werden musste. Am Nachmittag sprach der OB vor dem Rat von einem „wichtigen Signal für unsere Wirtschaft“. Die Fachhochschule sei ein Angebot nicht nur für Remscheid, sondern „für die ganze Region“.

In der heimischen Wirtschaft kommen die Hochschul-Pläne gut an, berichtete Baudezernent Peter Heinze. Die Unternehmen erhoffen sich einen Impuls gegen den Fachkräftemangel, wenn ihre aktuellen wie künftigen Mitarbeiter vor Ort studieren können und dafür künftig nicht mehr in andere Städte reisen müssen. Die Erfahrung zeigt: Wer nach Köln oder Frankfurt geht, um zu studieren, kehrt selten zurück.

Heinze erhofft sich aber auch einen Schub für den Stadtteil Honsberg. Aus dem Fördertopf für den Stadtumbau will er Gelder für das Projekt einwerben. Denn Investitionen sind nötig, um aus einer leerstehenden Grundschule nach und nach eine Hochschule zu machen und sie in den Stadtteil zu integrieren.